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January 12 2013

14:44

#bclinz am 2. Februar

Da solltest Du hingehen und mitreden:

February 09 2012

21:41

Sag mir, wo die Frauen sind … (k)eine Antwort

fragezeichen

Gaby Filzmoser fragt in ihrem Blog, warum denn so offensichtlich weniger Frauen auf Barcamps sind. Ich finde die Frage total interessant und verfolge - sehr selektiv - auch mit, dass das Thema in der feministischen Szene in Deutschland intensiv diskutiert wird (wie auch das Phänomen, dass es bei der Piratenpartei ganz wenig Frauen gibt). Da gab es auch schon ein Frauenbarcamp.

Ich glaube, dass eine eindimensionale Erklärung des Phänomens zu kurz greifen würde. Es wirkt die Unterrepräsentation der Frauen in der Technik, es wirkt die noch immer vorhandene ungleiche Verteilung für die Verantwortung für die Kinder, ....

Beim aktiven Einbringen, was Gaby auch anspricht, bin ich mir nicht so sicher, ich glaube diese Sorge haben manche Männer genauso. Wer das Format aber mal kennt, ist zumeist begeistert und kommt wieder.

Vielleicht ich auch ein Faktor, dass Barcamps - ausser in einem gewissen Teilsegment - noch nicht so etabliert sind, dass das (auch) als Variante der Weiterbildung wahrgenommen wird. Ich weiss selber auch immer nicht, ob ich da jetzt hingehe wegen der Vernetzung, weil ich was aus meinem Arbeitsbereich erzählen und teilen will oder weil es meine Weiterbildung ist. Wenn ich mich nicht täusche, werden sind Frauen statistisch auch bei der Inanspruchnahmemöglichkeit beruflicher Weiterbildung nicht gerade vorne - auch wenn sie sich ansich viel mehr weiterbilden. Wenn das dann sowenig formal daher kommt, dann ist es vielleicht eine zusätzliche Hürde.

Sicher bin ich mir aber, dass aktive Massnahmen immer gut sind. Kinderbetreuung anbieten, vielleicht das Format besser erklären, damit es nicht nur die Insider_innen anspricht, im Vorfeld einfach auch persönlich drauf achten, Frauen gezielt davon zu begeistern, positive Vorbilder aktiv kommunizieren z.b. drüber bloggen ;-)

Schwierig, schwierig. Jetzt habe ich zwar viel geschrieben, aber eigentlich keine Antwort. Antje Schrupp würde vielleicht einfach sagen, dass es Frauen halt nicht freut, auf Barcamps zu gehen, weil sie etwas anderes lieber tun. Damit bin ich aber irgendwie auch nicht zufrieden und werfe die Frage darum auch hier in meinem Blog in die Runde. Jedenfalls könnte es uns hier in Österreich auch nicht schaden, dass Thema auf die Agenda zu setzen.

Foto Flickr CC by-sa alexanderdrachmann

May 11 2011

12:44

Inspirationen vom Barcamp Kirche 2.0

Nachdem ich am Montag schon über den Twittergottesdienst (hier der übersichtlichste Blogbeitrag dazu) beim Barcamp Kirche 2.0 in Frankfurt von 6. - 8. Mai gebloggt habe, möchte ich nun etwas mehr von dieser wirklich tollen Veranstaltung berichten. Fokus dabei sind diejenigen Sessions, wo ich selbst dabei war. Beim Barcamp ist das ja ein Dilemma: so viele spannende Themen,so viele interessante Leute - und frau kann nicht überall sein. Also zeichne ich hier das Bild meiner subjektiven Auswahl.

Besonders wichtig waren aber gerade auch die vielen informellen Gespräche, die Menschen eben - genau diejenigen, die das Bild der Kirche 2.0 prägen und die sich virtuell oft auch schon länger kennen und so ein Barcamp nutzen, sich erstmals auch IRL zu treffen. "Ich kenne euch - obwohl ich euch noch nie gesehen habe", schreibt Christine Müller treffend dazu.

Ralf Peter Reimann: Spiritualität Online

In der Session mit Ralf Peter ging es ausgehend vom Bedürfnis von UserInnen von evangelisch.de nach mehr Chat-Andachten um die Frage, wie damit umgegangen werden kann und wie sich das Thema weiterentwickeln wird. Meine Notizen dazu.
Meine persönliche Erkenntnis: Das macht Sinn und es ist gut, wenn es verschiedene Ausdrucksformen parallel gibt, weil die persönlichen Wünsche z.B. beim Design sehr verschieden sind.  Spannend fand ich auch, dass das von ThemaTisch letztes Jahr durchgeführte Projekt #kirchenwunsch von mehreren Leuten als spirituelles und nicht nur als kommunikatives Projekt wahrgenommen wurde, was sich selbst so nicht gesagt hätte. 

Andrea Mayer-Edoloeyi: Social Media als Bottom-up-Bewegung in der Kirche

In dieser von mir gestalteten Session ging es um Strategiefragen, ausgehend von meinen Praxiserfahrungen in der Diözese Linz. Wer kann eigentlich was wie leisten? Wie ist Social Media pastoraltheologisch zu denken? Alexander Ebel hat die Session so schön zusammengefasst: 

Die Religionsgemeinschaft kann durchaus Guidelines erarbeiten, Support anbieten und Monitoring betreiben, während beispielsweise Kommunikation und Seelsorge besser in der Verantwortung der Pastoralgemeinschaft aufgehoben ist. Nebenbei resultiert aus diesen Überlegungen auch die Feststellung dass und warum es für Institutionen (wie Landeskirchen) am schwierigsten ist, eine Facebook-Page zu betreuen. Einfacher ist es dagegen, die Gemeinden ins Web 2.0 zu bringen, und Andrea plädierte hier dafür, mit Adminrechten freizügig umzugehen, sprich: Ehrenamtlichen vertrauensvoll diese Verantwortung zu übertragen.

Meine persönliche Erkenntnis: Social Media anhand des pastoraltheologischen Modells Religionsgemeinschaft / Pastoralgemeinschaft zu denken ist schlüssig und da lässt sich weiter was damit machen. Aber das ist auch noch ganz am Anfang und viele praktische wie theologische Fragen tun sich im Anschluß daran auf.

Maria Schmidt: Podcast "The little Web Service"

Irgendwer hat mich gefragt, was in dieser Session passiert. Ich habe sie "working session" genannt - und so war es auch. Maria Schmidt (übrigens auch die Drupal-Technikerin und Designerin von ThemaTisch) stellte ihre Idee für einen Kirche 2.0 Podcast vor und es ging gleich darum gemeinsam zu überlegen, wie dieser umgesetzt werden kann.

Mein persönlicher Anteil: Ich freue mich schon aufs Mitmachen beim Podcast-Produzieren und werde euch hier im Blog sicher an den Ergebnissen teilhaben lassen. Das wird spannend!

Ralf Peter Reimann: Internetcommunity  oder Online-Gemeinde

Das war wieder eine etwas "theoretischere"  Session. Ralf Peter stellte zur Diskussion, dass bei evangelisch.de ein Bedürfnis nach einer Online-Gemeinde spürbar ist, wofür das Portal und die Community der evangelischen Kirche in Deutschland aber eigentlich gar nicht angetreten ist. Deutlich wurde schnell, dass das primär keine kirchenrechtliche, sondern eine theologische Frage ist.  Meine Notizen dazu.
Meine persönliche Erkenntnis: Da gibts es offenbar Bedürfnisse von ChristInnen, die noch gar nicht wahrgenommen werden (können). Am ehesten würde ich diese anstehenden Entwicklungsschritte mit der Einführung von Personalgemeinden vergleichen, die ja auch gut parallel zur Struktur der Pfarrgemeinden bestehen können. Da bin ich echt gespannt, wie sich das weiterentwickelt. 

Karsten Kopjar: Re-Realisierungs aus der virtuellen in die reale Welt

Karsten machte in seiner Session den Begriff "Menschmedien" stark und forderte ein, die OfflinerInnen nicht als Gegenwelt oder gar GegnerInnen zu begreifen, sondern als ein Teil der "Gemeinschaft der Heiligen". Alle miteinander haben wir einen Uplink zu Gott. Meine Notizen dazu.
Meine persönliche Erkenntnis: Der Begriff "Menschmedien" war mir zwar nicht ganz neu, aber er ist mir da nochmal ganz deutlich geworden und knüpft auch gut an z.B. ans "Priestertum aller Getauften und Gefirmten" aus der Theologie des II. Vatikanischen Konzils. Und: Ich kann mich gar nicht oft genug darin versichern, dass wir die Sache mit den OfflinerInnen entspannter sehen sollten - aus der Ungleichzeitigkeit können wir auch viel gewinnen!  

Heiko Kuschel und Johannes Müller: Drupal für Fortgeschrittene

Hier ging es nur um die Technik, das Content Management System Drupal. Da verschone ich Euch mit Details ;-)
Meine persönliche Erkenntnis: Gut, dass wir hier bei ThemaTisch uns für Drupal entschieden haben.

Alexander Ebel: Atheismus online

Ein Thema, das mir zwar dauernd auf Facebook und Twitter unterkommt, das ich aber noch nie in einer Runde von ChristInnen disktuiert hatte: Der neue Atheismus online. Die Session gestaltete Alexander Ebel und er hat so anschauliche Slides gemacht, dass ich dazu gar nicht mehr schreiben muß: 

Mein persönlicher Anteil: Ich fände es echt cool und hilfreich, wenn die Idee mit einem Wiki oder ein FAQ zum Thema etwas werden würde. Das würde mir meinen Online-Alltag erleichtern und ich denke da gerne mit bei weiteren Schritten.

Jörg Lohrer: GPS / Geo-Caching und Religion

Jörg Lohrer (rpi-virtuell) stellte in dieser Session konkrete Ideen für christliche GPS-Projekte vor allem im Kontext der Erlebnispädagogik vor. Geo-Caching war der Schwerpunkt, denn an diese "Sportart" gibt es viele Anknüpfungspunkte und es gibt bereits konkrete Projekte. Geo-Caching bietet zahlreiche interessante Ansatzpunkte, um Naturerleben mit Gemeinschaft und Spiritualität zu verbinden.
Meine persönliche Erkenntnis: Ich kenne zwar Geo-Cacher und hatte eine vage Idee, dass das interessant sein könnte, aber das es schon soviele Erfahrungen damit gibt, hat mich überrascht. Bisher war ich beim Thema GPS eher auf Foursquare und Facebook Places fokussiert, die Session hat meinen Blick nochmal geweitet.

Alexander Ebel: Social Media Strategie für Landeskirchen?

Alexander ging es in dieser Session darum, die Frage nach Social Media genau für die Landeskirchen bzw. Diözesen zu beleuchten. Hier gibt es ja ganz unterschiedliche Entwicklungsstände, sowohl in der evangelischen wie in der katholischen Kirche.  Alexanders Notizen dazu geben den Inhalt der Diskussion sehr gut wieder.
kir20bc - social media strategie für die landeskirche

Meine persönliche Erkenntnis: Da haben wir noch viel zum Diskutieren. Aber es geht voran!

Jens Neuhaus: Gemeinde 2.0

Diese Session war für mich eine Art Zusammenfassung vieler Diskussionen am Barcamp. Jens Neuhaus fragte nach der Konkretisierung von Social Media auf der Ebene der Pfarrgemeinde. In der Diskussion kamen viele anschauliche Beispiele vor wie sich solche Prozesse gestalten können, egal ob in bestehenden Communities wie auf Facebook oder auf eigenen Web 2.0 fitten Gemeindeseiten. Übrigens, die Überlegungen von Jens zu Trends im Internet und wie die Kirche sie nutzen kann, sind auch sehr spannend (nur war ich leider nicht in der Session).
Meine persönliche Erkenntnis: Das Berufsbild pastorale MitarbeiterInnen ist, recht verstanden, sehr ähnlich dem Berufsbild von Community ManagerInnen, es ist eine Dienstfunktion an der Gemeinde.

Abschließend: Ein riesengroßes Danke an die Barcamp-OrganisatorInnen!
Super wars und ich komme gerne wieder!

PS: Wer auch einmal so ein Barcamp-Erlebnis haben möchte, hat dazu am 12. November 2011 in Linz wieder Gelegenheit. Eine herzliche Einladung!

November 02 2010

16:04

Barcamp Kirche und Social Media: Wer nicht dabei war, hat definitiv was verpasst!

Übers Barcamp sollst du bloggen. Davor und danach. Am 30. Oktober ging es also über die Bühne, das erste Barcamp zum Thema Kirche und Social Media in Österreich. Mit dem Pfarrzentrum Marcel Callo in Linz-Auwiesen hatten wir uns eine tolle und flexible Location ausgesucht und eine der nachhaltigen Wirkungen dieser Veranstaltungen wird sein, dass es dort jetzt für immer WLAN gibt.

Was ein Barcamp ansich ist, habe ich hier ja sowieso schon mal ausführlich erklärt. Also in Medias Res: Was ist genau inhaltlich passiert?  Mein Eindruck war, dass sich mit den Session-Angeboten der TeilnehmerInnen ein rundum rundes Programm ergeben hat. Gabi Eder-Cakl, Leiterin des Kommunikationsbüros und Co-Veranstalterin der Un-Konferenz hat es so formuliert: "Es ist phaszinierend, wie sich die Dinge bei Open Space immer wieder ineinander fügen".

Gabi Eder-Cakl war es auch, die gleich mit der ersten Session am Morgen gestartet ist und Daten und Fakten aus dem Trendmonitor "Religiöse Kommunikation 2010" präsentiert hat (Slides). Das Ergebnis aus Deutschland ist wohl auch im Großen und Ganzen auf Österreich übertragbar und durchwegs ernüchternd. Oder ermutigend: Denn klar ist, dass Kirche ihre Kommunikationskanäle mit den Menschen überdenken muß. Und: Am erfolgreichsten sind die Pfarrblätter, denn sie sind nahe, sie stiften Beziehung. Das würde auch seitens der DiskutantInnen bestätigt.

Parallel stellten Petra Lindinger und Sebastian Rappl von der Katholischen Jugend Oberösterreich das Praxisweb der KJ vor. Schon 2008 entstanden, ist es ein schönes Best Practice Beispiel, wie kollaborative Zusammenarbeit klappen kann und damit dezentral ehren- und hauptamtliche MitarbeiterInnen bei ihrer alltäglichen Arbeit unterstützt werden. Ich war dort nicht (ja, das ist das Problem der Barcamps, da muß sich frau entscheiden, wo sie hingeht, wenn soviele spannende Dinge parallel stattfinden), doch in den Slides ist nachzulesen, dass schon 650 Einträge von praktisch einsetzbaren Methoden zur Verfügung stehen. Superb!

Ich habe ja fast ein schlechtes Gewissen, dass ich die KJ so vernachlässigt habe. Denn auch die Session von Stefan Bazalka, ehrenamtlicher Vorsitzender der Katholischen Jugend Österreich, die er via Skype mit Unterstützung von Sebastian Rappl vor Ort angeboten hat, habe ich ausgelassen. Vorgestellt wurden die KJ-Projekt Aufbauen statt Abhauen und Hallo Rom (Bericht). Beides sehr spannende Ansätze, die es meiner Meinung nach auch verdienen würden, als Best Practice Beispiele nicht nur für die Jugend, sondern auch Erwachsenenorganisationen herzuhalten. Denn da wird nicht nur von Partizipation geredet, sondern anhand aktueller Themen Menschen die Möglichkeit geboten, das was ihnen wichtig ist, auch öffentlich zu artikulieren.

Mit einem wehmütigem Blick zur KJ hatte ich mich für die Session mit Stefan Greifeneder entschieden, wo ich dann selbst etwas zur Kommunikation eingebracht habe. Stefan Greifeneder, bis Mai 2010 Webmaster der Diözese Linz und jetzt im Online-Marketing in der Privatwirtschaft tätig, ging es um Zielformulierungen für Online-Projekte. Es geht nicht nur darum irgendwas im Internet zu machen, sondern strategisch zu denken und das auch auf der Website abzubilden. Er zeichnete ein differenziertes Bild, welche Felder der Öffentlichkeitsarbeit was leisten können und betonte, dass Social Media (allen voran Facebook) eigentlich da gar nicht mehr darunter fällt, weil dort die Kommunikation und Beziehung zwischen einzelnen Menschen im Vordergrund steht.

Toll gestärkt durch ein richtig leckeres Mittagessen zubereitet vom Team in Auwiesen, ging es in den Barcamp-Nachmittag. Bernhard Rudinger ist nicht nur Generalsekretär der Katholischen Aktion, sondern auch aktiv in der Pfarre Wartberg an der Aist. Dort betreut er gemeinsam mit einer Kollegin den Facebook Auftritt der Pfarre und lies die Barcamp-TeilnehmerInnen an seinen Erfahrungen teilhaben. Die Zusammenfassung gibt es hier.

Da war ich nicht dabei, denn wieder schwankend ging ich dann doch zur Session von Helmut Eder, Universitätsassistent für Pastoraltheologie an der Katholisch-Theologischen-Privatuniversität Linz. Das Thema Web 2.0 und Macht war einfach zu spannend (Zusammenfassung). Ich habe mir mitgenommen, nochmal stärker - bei aller Freude und Euphorie in meiner Social Media Arbeit - auf die Ausschlußmechanismen zu schauen, nicht nur die offensichtlichen ökonomischen, sondern auch die subtil wirkenden Codes. Vielleicht sind es ja auch diese Codes, die es manchen Leuten so schwierig machen, ein positives Verhältnis zu Social Media zu entwickeln - eine Frage, die Ferdinand Kaineder in die Diskussion einbrachte und über die ich sicher noch lange nachdenken werde.

In der nächsten Runde hatte ich das Vergnügen: Meine Session nannte ich "Pimp up your Internet" und es ging um die Weiterentwicklung von Facebook-Pages und die Einbindung von Social Media in Homepages (Slides).  Mein Eindruck war, dass da einige Leute erstaunt waren, wie einfach es zum Beispiel ist, ein Pfarrblatt via Issuu online zu stellen und dann in attraktiver Form in die Website einzubinden. Insofern glaube ich, dass da einige sehr brauchbare Ideen dabei waren, das haben mir auch die vielen Fragen gezeigt. Debattiert haben wir auch die Frage, wann Foto-Tagging auf Facebook, was ansich ein sehr gutes Instrument der Weiterverbreitung von Inhalten ist, ethisch verantwortlich ist und wann nicht. Zurückhaltung ist bei nicht-öffentlichen Veranstaltungen und Kindern und Jugendlichen jedenfalls geboten, auch wenn die Getaggten das Tagging selbst entfernen können.

Die andere Hälfte der Barcamp-TeilnehmerInnen machte zu diesem Zeitpunkt auf Offline. Martin Schrems, Pfarradminstrator der Pfarre Marcel Callo in Auwiesen, hatte eine Führung durch das Haus als Session angeboten, was liebend gerne angenommen wurde. Da gibts ja einiges zu entdecken: meiner Meinung nach die schönste Kirche von Linz und eine phaszinierende Taufkapelle mit fließendem Wasser. Hier gibt es ein Panorama-Foto.

Die abschließende Barcamp-Session war eine große gemeinsame Session für alle Teilnehmerinnen (endlich mal nicht entscheiden, wo ich hingehe!). Marcel Kneuer, Ferdinand Kaineder und ich hatten ähnliche Themen vorgeschlagen und darum wurden die Session gleich zu Beginn bei der Planung zusammengelegt und dafür mehr Zeit reserviert. Genannt haben wir die Session "Die politische Dimension des Web 2.0". Marcel Kneuer, aus Wien angereist und dort bei der Katholischen Aktion engagiert, stellt eine Buch von George Lakoff vor, worin es um "Politische Sprache und ihre heimliche Macht" geht. Daraus schlußfolgerte er, dass die Kirche stärker werteorientiert kommunizieren muß und dabei die Chancen des Social Webs nutzen soll (Zusammenfassung). Ich selbst brachte ein Thema ein, über das ich vor kurzem auch schon mal gebloggt habe: Was kann die Kirche für das Internet tun? Die Option für die Armen einbringen (Slides). Ferdinand Kainder, zuständig für die Koordination der Region Linz und die Citypastoral, nannte das Web 2.0 das Medium das II. Vatikanischen Konzils. Seinen Begriff der usergenerierten Kirche in diesem Zusammenhang halte ich für sehr treffend. In der anschließenden lebendigen Diskussion fokussierte Helmut Eder die TeilnehmerInnen nochmal auf die Komplexitätssteigerung: In einer pluralen Gesellschaft sind keine vorschnellen Antworten angesagt. Er erinnerte unter anderem an die Ergebnisse der Sinusstudien.

Abgeschlossen wurde das Barcamp mit einer Feedback-Runde. Die Rückmeldungen waren durchgängig positiv. So unterschiedlich die Erfahrungen der TeilnehmerInnen mit Social Media auch waren, jeder und jede hatte etwas zum Mitnehmen gefunden. Noch ist nichts klar, aber die Botschaft der TeilnehmerInnen und von uns VeranstalterInnen war eindeutig: Das Barcamp sollte eine Wiederholung finden! 

Mit all dem Inhalt hätte ich jetzt bald die Pausen vergessen. Die sind aber besonders wichtig. So ein Barcamp lebt nicht nur von einem spontanen und weitgehend hierachiefreien Programm, sondern auch davon, dass Zeit für Informelles bleibt. Leute wiedertreffen, neue Leute kennenlernen, sich nochmal im kleinen Kreis austauschen und Ideen spinnen. Das gehört unbedingt dazu. Da ergeben sich dann Aha-Erlebnisse, z.B. konkret wenns um Werbung auf Facebook geht, die nie und nimmer planbar wären. Kaffee, Weckerl, gutes Essen und Getränke unbedingt auch. Danke ans Team in Auwiesen für die gute Aufnahme!

Wir hatten es im Vorfeld geschafft, die unterschiedlichen Aufgaben beim Barcamp so gut zu verteilen, dass da jeder und jede ein gutes Stück dieses Informellen auch in den Pausen genießen konnte. Besonderer Dank gilt Katrin Sarembe-Dressler (Katholische Frauenbewegung), der wir alle die tolle Doku zu verdanken haben, Stefan Weninger (Kommunikationsbüro) für Fotografieren, Reinhard Kaspar (Katholische Männerbewegung) für die Hilfe beim Aufbau, Peter Kartaschov für den netten Gästeempfang, Maria Appenzeller (Sekretärin der Katholischen Aktion) für viel organisatorische Unterstützung und einfach allen, die dort und da was zum Gelingen der Un-Konferenz beigetragen haben, organisatorisch wie inhaltlich.  Gefreut habe ich mich auch sehr über dieTeilnehmerInnen aus Wien und Reinhard Wacker, der aus Frankfurt angereist war. Dankbar bin ich auch sehr meinen MitveranstalterInnen Gabi Eder-Cakl und Bernhard Rudinger, die sich noch nicht so ganz wissend, was da auf sie zukommt, auf die Idee eingelassen haben, ein Barcamp zu veranstalten und viel dafür getan haben, dass es so klasse wurde, wie es klasse war.

Wer nicht dabei war, hat definitiv was verpasst!
Aber Foto-Gucken geht ;-)

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October 22 2010

18:11
18:07

October 16 2010

10:37

Barcamp Kirche und Social Media

Zum am 30. Oktober 2010 stattfindenden Barcamp Kirche und Social Media (alle Infos im Wiki) in Linz gibt es hier auf ThemaTisch eine eigene Themenseite. Ergänzend dazu stelle ich hier auch den Beitrag dazu hier zur Verfügung, den ich auf Einladung auf frischfischen.de dazu geschrieben habe.

Barcamp Logo

Barcamps zu Kirche 2.0: „Es gibt keine ZuschauerInnen, nur TeilnehmerInnen"

Kirche lernt von der Online-Szene. Das könnte das Motto für vieles sein, was sich im Social Web so tut, jedenfalls stimmt es für die Veranstaltung von Barcamps. Dieses partizipative Veranstaltungsformat ist aus dem Bedürfnis entstanden, ein hierarchiefreies und offenes Offline-Format für den Austausch zu haben. Ein Barcamp ist eine Un-Konferenz, es gibt keine festgelegten SprecherInnen und Themen, sondern spontan vor Ort entsteht das Programm durch die Beteiligung der TeilnehmerInnen am Barcamp: „Es gibt keine ZuschauerInnen, nur TeilnehmerInnen". Im Mai 2010 fand das erste Barcamp zu Kirche und Social Media in Frankfurt am Main statt.

Zwei Tage lang trafen sich ChristInnen und tauschten Erfahrungen und neue Ideen aus, die „Sessions“ drehten sich stark um Glaubenskommunikation im Social Web, aber auch um technische Tools oder Veranstaltungsbewerbung. Manche hatten schon fertige Präsentationen mitgebracht, vieles aber entstand spontan – denn am Barcamp ist viel Zeit für informellen Austausch. Und ein Barcamp wirkt auch wieder zurück ins Netz. Am 6./7./8. Mai 2011 findet das zweite Barcamp Kirche 2.0 in Frankfurt am Main statt.

Dazwischen aber tut sich was in der Barcamp-Szene: Am 30. Oktober 2010 laden das Kommunikationsbüro der Diözese Linz und ThemaTisch, ein Projekt der Katholischen Aktion Oberösterreich, zum ersten Barcamp zum Thema Kirche 2.0 in Österreich. Diese Veranstaltung ist neben dem internationalen und österreichweiten Vernetzungswunsch auch der Tatsache geschuldet, dass in den letzten Monaten sehr viele ChristInnen, Ehrenamtliche wie Hauptamtliche, aus Oberösterreich ins Social Web eingestiegen sind, sie sind auf Facebook zu finden, twittern, manche bloggen. Da gibt es dann einfach das Bedürfnis sich auch direkt zu treffen, kennenzulernen und auszutauschen, z.B. über die Erfahrungen zu sprechen, die unterschiedliche Pfarren mit ihrer Facebook-Seite machen. Dafür ist ein Barcamp das beste Format, da hier im Unterschied zu klassischen Veranstaltungsformaten die Partizipation aller entscheidend ist.

Darum: Eine herzliche Einladung zum Barcamp!

Seitens der Kirche macht für mich in Bezug auf Barcamp eine Doppelstrategie Sinn: Wir brauchen Barcamps zu Kirche 2.0, um den Austausch von christlichen Social Media AktivistInnen auch offline zu ermöglichen. Wir brauchen aber genauso ChristInnen, die Barcamps zu anderen Themen besuchen und dort aktiv als ChristInnen auftreten, interessante (kirchliche) Projekte vorstellen und selbst Neues lernen. Kirche in der Welt eben.

October 06 2010

12:41

Übers Barcamp sollst du bloggen!

In 24 Tagen findet das erste Barcamp zu Kirche und Social Media in Linz statt. Am 30. Oktober im Pfarrzentrum Marcel Callo in Auwiesen. Alle Infos und die Anmeldemöglichkeit gibt es hier im österreichischen Barcamp-Wiki. Anmeldungen trudeln ein und die Vorbereitungen laufen. Wieviele Leute dann wirklich kommen werden, weiss ich auch noch nicht, jedenfalls freue ich mich über Anmeldungen von nah und fern, auch von einigen Leuten aus Deutschland, die die weite Anreise nicht scheuen. Ganz gespannt bin ich, wen ich davon schon persönlich kennengelernt habe und wen ich neu kennenlernen werde.

"Übers Barcamp sollst du bloggen" ist Barcamp-Regel Nummer 2. Das tue ich hiermit ;-) und stelle da auch gleich mal die anderen Regeln hier rein, denn ein Barcamp ist anders als eine klassische Konferenz: 

  • Barcamp FFM1st Rule: You do talk about Bar Camp.
  • 2nd Rule: You do blog about Bar Camp.
  • 3rd Rule: If you want to present, you must write your topic and name in a presentation slot.
  • 4th Rule: Only three word intros.
  • 5th Rule: As many presentations at a time as facilities allow for.
  • 6th Rule: No pre-scheduled presentations, no tourists.
  • 7th Rule: Presentations will go on as long as they have to or until they run into another presentation slot.
  • 8th Rule: If this is your first time at BarCamp, you HAVE to present. (Ok, you don’t really HAVE to, but try to find someone to present with, or at least ask questions and be an interactive participant.)

Aber jetzt nicht schrecken angesichts von Regeln Nummer 8 - das ist alles viel weniger stressig als es jetzt klingt. Der Rahmen ist gegeben, dann ist es einfach eine Form von Veranstaltung, die intensive Interaktion und zwanglosen Austausch ermöglicht. Und das bedingt, dass sich alle einbringen, mitdiskutieren, Fragen stellen oder auch selbst präsentieren. Robert Lender formuliert das so: 

Ja, gerade du als Barcamp-Neuling bringst etwas Neues ein. Eine neue Idee, ein neues Thema oder einfach deine Sicht der Dinge. Und zumindest letzteres kann wohl fast jedeR liefern.

Sehr nett zum Angucken ist auch dieses Video, dass Martin Habacher beim Barcamp Vienna im Mai intiert, indem er seinen Rollstuhl verliehen hat und Barcamp-BesucherInnen gebeten hat, ihre Sicht aufs Barcamp zu erklären: 

Ideen, Fragen, Sichtweisen gibt es viele beim Thema Kirche und Social Media. Theologische Fragen tun sich genauso auf wie ganz praktische Umsetzungsideen und die Notwendigkeit der Reflexion selbst gemachter erster Erfahrungen. Verändert das Internet die Kirche? Oder verändert die Kirche das Internet? Oder beides? Und wohin soll der Weg gehen? Laßt uns drüber reden! Eine herzliche Einladung an alle, die Freude am Austausch über dieses Thema haben und ein gutes Stück Neugierde mitbringen.

Und wer redet, twittert, bloggt, schreibt oder was auch immer auch noch übers Barcamp Kirche und Social Media? ;-)

October 03 2010

14:25

Die Kirche 2.0 Links im September

Auf einige aktuelle Blogartikel und Projekte habe ich im Beitrag über Social Media im Kontext der katholischen Soziallehre schon hingewiesen, aber es gibt noch mehr in der Web-Rund-um-Schau im schon vergangenen September.

Kirche und Social Media

Alljährlich gibt es im September den Welttag der sozialen Kommunikationsmittel und dazu eine Botschaft des Papstes. Benedikt XVI stellt das Thema Web 2.0 in den Kontext des Priesterjahres. Er zitiert Paulus  „Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde!“ (1 Kor 9,16) und ermutigt, diesen Kommunikationsraum zu erschließen, auch für "diejenigen [...], für die Gott noch ein Unbekannter ist". Warum diese Ermutigung nur für die Priester, nicht aber genauso für Laien, für alle ChristInnen, gelten soll, erschließt sich mir aber nicht.
Katholisch.de hat eine Themenseite zum Mediensonntag erstellt (via).

Twitternder Pfarrer
Zeichnung: Peter Esser via Sendezeit.

Bei Frischfischen werden zwei Beispiele vorgestellt, wie Jugendferienlager via Social Media begleitet werden können: Ferienfreizeit 2.0. Schon für 2011 planen?

Zudem gibt es einen kritischen Beitrag zum neuen Bible Online Game.

Und ich hatte die Ehre über Barcamps zu schreiben und unser Barcamp in Linz vorzustellen.

iChurch verweist auf einen Beitrag auf den evangelischen Best Practice Plattform geistreich.de zum Thema Social Media. Fünf Faktoren werden genannt, wie die Kirche das Web 2.0 richtig nutzt: 

  • Qualität in Inhalt und Optik
  • Relevanz für den Alltag
  • Dialog wirklich wollen
  • Offenheit für Gäste und Besucher
  • Trends setzen, anstatt ihnen hinterherzulaufen

Veranstaltungshinweise

Die Pastoraltage 2010 in Kärnten: www.wortgottes-web-und-welt am 22. und 23. Oktober widmen sich dem Internet.

Für manche etwas überraschend hat Papst Benedikt XVI. vor einem Jahr in einer sehr positiven Stellungnahme auf die großen Vorteile und Herausforderungen des Internets hingewiesen: „Insbesondere die jungen Menschen haben das enorme Potential der neuen Medien erfasst, Verbindung, Kommunikation und Verständnis unter Menschen und Gemeinschaften zu fördern…“
In unserer Diözese möchten wir uns sehr bewusst den Herausforderungen der neuen Medien stellen, sie kritisch beleuchten und ihre Gefahren wahrnehmen, vor allem aber einen positiven Zugang zu ihnen suchen.

Die Gesellschaft katholischer Publizisten (GKP) in Deutschland lädt für den 11. Oktober ein zu einem Symposium mit dem Titel "Der blockierte Medienriese". Die Einladung gibt es als PDF. Der Blog Sendezeit hat recht, dass es fein ist, dass da auch junge Leute eingeladen werden, ihre Sicht als Digital Natives darzustellen, ich würde mir da - und nicht nur da - auch mehr Frauen am Podium wünschen.

Wir hätten einen Aufschrei erwartet, als vor einigen Wochen der neue MDG -Trendmonitor „Religiöse Kommunikation 2010“ in Freiburg vorgestellt wurde. Denn die Ergebnisse waren ernüchternd: die Bistumspresse ist weiterhin im Abwärtstrend, Alternativen kaum in Sicht und die Kirche erreicht mit ihren Angeboten im Internet nur die eigenen Leute. Selbst religiöse Radio- und TV-Sendungen interessieren die Menschen außerhalb der eigenen Reihen nicht mehr. [...] Nutzt die Kirche unpassende Medien? Sendet sie ihre Botschaften auf den falschen Kanälen? Fehlt es vielleicht an einer Gesamtstrategie? Oder ist eine allgemeine Medienkrise das Problem, weil man in dieser schnelllebigen Zeit keine Leser, Hörer oder Nutzer dauerhaft binden kann?

... und sonst noch im Social Web

Robert Basic hat einen umfangreichen Beitrag zu Blogger Relations, den Beziehungen zwischen Unternehmen und BloggerInnen ins Netz gestellt. Die Inhalte sind meiner Meinung nach für die kirchliche Kommunikation sehr interessant, den die Konklusio ist, dass es auch da auf die Haltung bei der Kontaktaufnahme ankommt. Auch wenn die Blogosphäre im deutschsprachigen Raum kleiner ist als in den USA,  gibt es da Handlungsbedarf für die Kirche.

Wie Twitter den Journalismus verändert, darum geht es im Redaktionsblog der Süddeutschen Zeitung: "Sie werden diesen Prozess nicht stoppen". (via)

Die Kirche 2.0 Links im August

September 20 2010

20:26

June 17 2010

19:52
19:50
19:33

June 07 2010

08:52

June 04 2010

17:32

May 12 2010

13:03

May 09 2010

19:24

May 03 2010

21:18
18:13

Kommunikation des Evangeliums via Social Media. Ein Bericht vom Barcamp Kirche 2.0.

Am Wochenende war ich am Barcamp Kirche 2.0 in Frankfurt. Nachdem ich mich heute vormittag ausgeschlafen habe (und vermutlich im Traum die vielen neuen Eindrücke verarbeitet habe), ist dann nachmittags ein ziemlich langer Blogeintrag dazu entstanden: Hier gehts lang.

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13:55

Kommunikation des Evangeliums via Social Media. Ein Bericht vom Barcamp Kirche 2.0.

Am Wochenende war ich das erste Mal auf einem Barcamp, nämlich dem zu Kirche 2.0. Ja, wirklich das erste Mal - auch wenn mir das manche andere BarcamperInnen in Frankfurt/Main nicht glauben wollten, weil ich ja in Social Media sehr aktiv bin. Ich beobachte dieses interessante - mit der Netzkultur verbundene - Veranstaltungsformat schon ziemlich lange, aber bisher hat es nie mit einem Termin geklappt. Nun gilt es ausführlich zu berichten, wie das so war. Ein paar Leuten habe ich das ja schon vorab versprochen ...

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