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November 20 2013

18:06

Blockstöckchen aufgenommen - Gespräch von Blog zu Blog

Andrea Rehn-Laryea, die ich schon lange von Twitter kenne und bei Kirchehoch2 auch Face2Face getroffen habe, schickt mir ein Blogstöckchen. Da will ich mal antworten, denn:

Ein Blog sollte nicht nur der Information sondern auch der Kommunikation dienen. Vernetzung lautet das Zauberwort. Eine Möglichkeit, mit anderen Blogschreiberinnen und -schreibern in Austausch zu kommen, ist es, sich in der Art von Kettenbriefen gegenseitig Fragen zu stellen und um Beantwortung zu bitten, „Blogstöckchen“ genannt.

Die Fragen:

1. Kirche/Religion im Urlaub: Besuchst du Kirchen/Gotteshäuser, Gottesdienste oder kirchliche/religiöse Veranstaltungen und warum bzw. warum eher nicht, niemals?
2. Mit welcher biblischen Person würdest du dich gerne mal unterhalten und worüber?
3. Eine Flut von Adventskalendern bricht demnächst über uns ein. Was für einen bevorzugst du: online, per Mail, mit Schoki & Co, gekauft oder selbstgemacht, gar keinen, ...?
4. Wie feierst du am liebsten Weihnachten: in der Familie, mit Freund_inn_en, alleine, auf einer Feier für und mit Einsamen und/oder Obdachlosen, im Kloster, ruhig oder Party, bei der Arbeit, ...?
5. Welches ist nach deiner Meinung die größte Herausforderung für die Kirchen in den nächsten Jahren?

Und meine Antworten:

1. Kirche/Religion im Urlaub: Besuchst du Kirchen/Gotteshäuser, Gottesdienste oder kirchliche/religiöse Veranstaltungen und warum bzw. warum eher nicht, niemals?

Ja, ich besuche gerne Kirchen im Urlaub. Nicht nur, aber auch. Da mag ich besonders, wenn ich mich mit Weihwasser und einem Kreuzerl auf das Betreten eines besonderen Ortes einstimmen kann. Manchmal ist es gut dort nach einem anstrengenden Rundgang in einer Stadt eine Auszeit verbringen zu können und ich mich hinsetzen kann und eine Weile die Ruhe genießen. Manchmal schaue ich mir auch die Kunstschätze näher an, in Barockkirchen ärgere ich mich dann aber meist über den Prunk und das damit verbundene Kirchenbild der Gegenreformation. Auch Gottesdienste habe ich schon besucht. Das aber nicht so oft: Einerseits weil oft die Informationen im Internet so mangelhaft sind, dass ich mir da kein Bild vorab machen kann, wann mich was erwartet, andererseits weil ich ja nicht überall die Sprache verstehe. Eine katholische Messe hat zwar den Vorteil, dass der Ablauf weltweit überall gleich oder zumindest ähnlich ist, aber selbst in Sant'Egido in Rom ist mir bei der Predigt auf Italienisch etwas fad geworden. In schöner Erinnerung habe ich den Gottesdienst am heiligen Abend in Assisi. Aber auch da habe ich nichts verstanden ;-)

Santo Stefano, AssisiSanto Stefano, Assisi

2. Mit welcher biblischen Person würdest du dich gerne mal unterhalten und worüber?

Mit Maria, der Mutter Jesu. Dorothee Sölle interpretiert diese Frau ja durchaus als subversiv. Sie hatte den Mut sich gegen alle Konventionen ihrer Zeit zu stellen. Das Magnificat ist ja Ausdruck dafür. Ja, von Maria könnte ich viel lernen, glaube ich.

3. Eine Flut von Adventskalendern bricht demnächst über uns ein. Was für einen bevorzugst du: online, per Mail, mit Schoki & Co, gekauft oder selbstgemacht, gar keinen, ...?

Ich finde die Flut echt furchtbar und die Kommerzialisierung noch mehr. Ich freue mich auf das neue Adventkalender-Projekt der Katholischen Jugend OÖ auf Facebook, wo ich schon ein klein bisserl reinschnuppern durfte (mehr dazu bei Zeiten auf http://kirche20.at). Und gegen Schokolade habe ich auch nichts. Nie!

4. Wie feierst du am liebsten Weihnachten: in der Familie, mit Freund_inn_en, alleine, auf einer Feier für und mit Einsamen und/oder Obdachlosen, im Kloster, ruhig oder Party, bei der Arbeit, ...?

Am liebsten fahre ich weg über Weihnachten. Es ist dann ein bisschen ein Flucht vor all dem Trubel und durch die andere Umgebung kann ich die adventlichen und weihnachtlichen Elemente mehr geniessen. Sogar die geschmückten Palmen auf Kuba waren da gar nicht mehr kitschig.
Heuer wird es aber ein ruhiges Weihnachten zu Hause mit meinem Freund und einem Besuch meiner Mama werden, hoffentlich mit selbstgemachten Keksen und einem Mitfeiern der Mette. Auch gut.

5. Welches ist nach deiner Meinung die größte Herausforderung für die Kirchen in den nächsten Jahren?

Big Question! Es hängt wohl alles an der Frage, ob es Kirche gelingt Pluralität positiv wahrzunehmen und das Evangelium in unterschiedlichen Kontexten für Menschen neu spürbar werden zu lassen. Kann sich diese alte, gewachsene Institution vom "Denken und Sprechen, Fragen und Dasein der Menschen" (Klaus Hemmerle) her ein Stück weit neu erfinden und damit auch das Feuer neu entfachen - oder gibt es weiter "more of the same", das für viele Menschen einfach keine biografische Relevanz mehr hat? Ich finde jedenfalls wir leben in spannenden Zeiten für die Kirche!

Und nun darf ich fünf Fragen formulieren und an andere Blogger_innen weiterreichen:

1. Jede/r braucht mal eine Auszeit. Wann sind bei Dir die digitalen Gadgets bewusst off? Oder gibt es das nicht?
2. Wie hast Du Dir dein Leben in Deinem jetztigen Lebensalter vorgestellt als Du 13, 14, 15, mitten in der Pubertät, warst?
3. Die Kirche stellt Dich für ein Jahr an und Du kannst machen, was Du ganz persönlich ganz, ganz wichtig findest. Was würdest Du tun?
4. Was sind Deine Ressourcen um den Gedanken an die in Auschwitz und Mauthausen ermordeten Menschen oder an Kinder, die heute verhungern, auszuhalten?
5. Du bekommst € 100.000 mit der Auflage das Geld für soziale, politische oder kulturelle Zwecke zu verwenden. Wo investierst du?

Weitergeben möchte ich das Blogstöckchen an:

Maria Herrmann | tomatedesign
Antje Schrupp | Aus Liebe zur Freiheit
Brigitte Theißl | Denkwerkstatt
Helmut Ausserwöger | Ausserwoeger's Blog (weil Du zwar selten, aber dann immer voll klasse bloggst)
Hans Christian Voigt | Kellerabteil

Wer die Fragen beantwortet hat, kann selbst neue Fragen formulieren und das Blog-Stöckchen an andere weiterwerfen. Ich bin schon gespannt, was da rauskommt!

November 19 2013

17:26

Social Media in der Erwachsenenbildung

Am 18. November 2013 habe ich in Graz einen Workshop für das Frauennetzwerk in der Katholischen Erwachsenenbildung gestaltet. Unten sind meine Slides.

Zum Thema Social Media und Erwachsenenbildung stehen übrigens zwei eintägige Seminare an, die ich gemeinsam mit Gaby Filzmoser gestalten werde: am 18. Jänner in Linz und am 18. März in Innsbruck im Haus der Begegnung.


September 07 2013

17:08

Frequenzrauschen aus der Vergangenheit

Vor einiger Zeit habe mit drei anderen Frauen - Claudia Dworschak, Gabi Kepplinger und Andrea Reisinger - tief in unseren Erinnerungen gegraben und einiges über die Zeit der Anfänge des Freien Radios und Radio FRO 105.0 zu Tage befördert. Es geht um die Zeit irgendwann zwischen 1995 und 1997.

Manuela Mittermayer hat daraus eine tolle Sendung gemacht. Ich freue mich schon auf die weiteren Folgen dieser Reihe von SpaceFemFM.

April 13 2013

10:10

Bravo, FIFTITU%!

Eine tolle Aktion von FIFTITU% bei der Eröffnung des Musiktheaters gegen den männlichen Normalbetrieb, der bei solchen Prunkbauten besonders deutlich zu Tage tritt, ist im Video zu sehen. Aber schade, dass ich das in live verpasst habe. Hätte mich mehr interessiert als das Eröffnungsspektakel von dem ich als eine, die ganz in der Nähe wohnt, immer wieder beschallt werde. Man_frau stelle sich vor, dass würde die KAPU machen!?

January 14 2013

10:48

Netzfeminismus – 7. Webmontag Linz

Irgendwie habe ich es bisher verabsäumt, hier im Blog immer auf den Webmontag der Social Media Guides hinzuweisen, den ich mitorganisiere. Das ist ein Fehler! Also:

>>> Netzfeminismus – 7. Webmontag Linz
Mo. 4. Februar 2013, 19.30 Uhr
DORF-TV-STudio, Hauptplatz 6-8, Linz

Foto: Flickr CC by-nc-sa crl!

July 13 2012

10:59

Feminismus im Social Web

Im Rahmen des Projekts Donne habe ich heute über das Thema Feminismus im Social Web einen Input gemacht und mit den TeilnehmerInnen über das Thema diskutiert (Facebook-Event). Am Rande war auch Kirche und Social Media Thema, kein Wunder bei meinem Background ;-)

Von der Live-Videokonferenz gibt es den Mitschnitt und auch die Slides sind im Netz. Super wars!

February 09 2012

21:41

Sag mir, wo die Frauen sind … (k)eine Antwort

fragezeichen

Gaby Filzmoser fragt in ihrem Blog, warum denn so offensichtlich weniger Frauen auf Barcamps sind. Ich finde die Frage total interessant und verfolge - sehr selektiv - auch mit, dass das Thema in der feministischen Szene in Deutschland intensiv diskutiert wird (wie auch das Phänomen, dass es bei der Piratenpartei ganz wenig Frauen gibt). Da gab es auch schon ein Frauenbarcamp.

Ich glaube, dass eine eindimensionale Erklärung des Phänomens zu kurz greifen würde. Es wirkt die Unterrepräsentation der Frauen in der Technik, es wirkt die noch immer vorhandene ungleiche Verteilung für die Verantwortung für die Kinder, ....

Beim aktiven Einbringen, was Gaby auch anspricht, bin ich mir nicht so sicher, ich glaube diese Sorge haben manche Männer genauso. Wer das Format aber mal kennt, ist zumeist begeistert und kommt wieder.

Vielleicht ich auch ein Faktor, dass Barcamps - ausser in einem gewissen Teilsegment - noch nicht so etabliert sind, dass das (auch) als Variante der Weiterbildung wahrgenommen wird. Ich weiss selber auch immer nicht, ob ich da jetzt hingehe wegen der Vernetzung, weil ich was aus meinem Arbeitsbereich erzählen und teilen will oder weil es meine Weiterbildung ist. Wenn ich mich nicht täusche, werden sind Frauen statistisch auch bei der Inanspruchnahmemöglichkeit beruflicher Weiterbildung nicht gerade vorne - auch wenn sie sich ansich viel mehr weiterbilden. Wenn das dann sowenig formal daher kommt, dann ist es vielleicht eine zusätzliche Hürde.

Sicher bin ich mir aber, dass aktive Massnahmen immer gut sind. Kinderbetreuung anbieten, vielleicht das Format besser erklären, damit es nicht nur die Insider_innen anspricht, im Vorfeld einfach auch persönlich drauf achten, Frauen gezielt davon zu begeistern, positive Vorbilder aktiv kommunizieren z.b. drüber bloggen ;-)

Schwierig, schwierig. Jetzt habe ich zwar viel geschrieben, aber eigentlich keine Antwort. Antje Schrupp würde vielleicht einfach sagen, dass es Frauen halt nicht freut, auf Barcamps zu gehen, weil sie etwas anderes lieber tun. Damit bin ich aber irgendwie auch nicht zufrieden und werfe die Frage darum auch hier in meinem Blog in die Runde. Jedenfalls könnte es uns hier in Österreich auch nicht schaden, dass Thema auf die Agenda zu setzen.

Foto Flickr CC by-sa alexanderdrachmann

January 10 2012

23:20

Endlich: Fotoshop by Adobé

Fotoshop by Adobé from Jesse Rosten on Vimeo.

Die Lösung aller Probleme. Warum haben wir dafür bis 2012 warten müssen? ;-)

via cypher / fscklog

October 21 2011

17:00

Religion, Ethik, Öffentlichkeit in mehr als 140 Zeichen

Heute ist wieder mal eine kleine Hin- und Her-Twitterei über Religion ausgebrochen. Mein Resümee war dann, dass das, was dort inhaltlich verhandelt wird, einfach den Rahmen sprengt, den 140 Zeichen so vorgeben. @digiom hat vorgeschlagen, ich möge doch mal drüber bloggen. Also tue ich das, auch wenn ich mir eigentlich denke, dass auch ein Blogpost viel zu wenig ist für die komplexe Materie. Wenn ich das so biografisch bedenke, dann stelle ich fest, dass ich - um das Verhältnis Religion - Gesellschaft und meine eigene Position da drin irgendwie klar zu kriegen, mindestens ein ganzes Theologiestudium gebraucht habe und eigentlich da selbst noch immer mehr Fragen als Antworten habe. Ja, aber so ist das halt, ich bin sowieso keine Freundin von vorschnellen und allzu fixen Antworten. Meine Motiviation überhaupt Theologie zu studieren, liegt tief da drin vergraben in diesem Thema.

Religion und Ethik

Das erste Thema (und sogar das noch einfachere), das immer wieder auftaucht auf Twitter ist, dass Christ_innen allen Nicht-Christ_innen unterstellen würden, sie hätten keine Werte und keine Ethik. Das ist natürlich ein ausgemachter Blödsinn und eigentlich etwas das seit mindestens 100 Jahren philosophisch völlig klar ist. Gott braucht es nicht, um ethisch gutes Verhalten zu rechtfertigen, dafür reicht die Vernunft der Menschen aus. Dass sich diese aber noch nicht wirklich durchgesetzt hat, dafür reicht ein Blick auf die Schlagzeilen der Nachrichten.
Menschen haben aber, oft biografisch begründet, sehr unterschiedliche Quellen wie sie zu ihren Werten kommen. Da kann der Glaube an Gott eine Quelle dafür sein, genauso wie die Sozialisiation in der Herkunftsfamilie und das ganze gesellschaftliche Umfeld, in dem Menschen leben. Erfahrung und Bildung sind wohl die entscheidenden Stichworte.

Der Glaube an Gott ist auch gewiss keine Garantie dafür, dass jemand zu einer besseren Ethik kommt. Beispiele von den Kreuzzügen bis Bin Laden lassen sich genug finden, wo das offensichtlich nicht der Fall ist. Was besser ist? Das entsteht wohl auch in kommunikativer Verhandlung, aber nehmen wir doch einfach mal die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte als Orientierungspunkt (ja, ich weiss, das ist ein eurozentristisches Konzept ....).

Nun gibt es immer wieder auch Studien, die nachweisen wollen, dass die Religion ein Faktor dafür ist, dass Menschen besser oder glücklicher sind. @michalaki hat heute so eine Studie in die Debatte eingeworfen. Manche davon haben für mich ja auch durchaus eine gewisse Plausibilität. Trotzdem bin ich da skeptisch und zwar vor allem deswegen, weil der Begriff "Religion" religionssoziologisch heiss diskutiert ist und es bei solchen empirischen Untersuchungen immer sehr drauf ankommt, welcher Religionsbegriff als Referenz herangezogen wird und wie gefragt wird. Jürgen Habermas hat doch mal was von Erkenntnis und Interesse geschrieben ;-) Jedenfalls glaube ich, dass es selten produktiv ist, solche leicht zu kritisierenden Studien in Diskussionen ins Treffen zu führen, was ja nicht heissen soll, dass Forschung in dieser Richtung nicht sinnvoll und interessant sein kann.

Der Grund der Aufregung ist meistens ja sowieso wo anders zu finden: Zu recht fühlen sich Menschen, die glauben, ihnen würde unterstellt, sie wären, weil sie nicht an Gott glauben, die schlechteren Menschen, nicht gut dabei und regen sich auf. Das würde ich ja auch machen. Mich stimmt nachdenklich, dass das immer wieder auftaucht. Das, was ich oben als notwendige Differenzierung zum Thema Religion und Ethik geschildert habe, ist eine breit getragene Einsicht der (christlichen) Theologie und Philosophie, kein_e ernsthafte_r Theolog_in würde das bestreiten (da gibts aber noch immer genug zu diskutieren, z.B. die Frage, warum es so viel von Menschen produzierten unsagbares Leid auf dieser Welt gibt). Offenbar gelingt es den Kirchen in der Kommunikation ihrer Botschaften nicht, diese Einsicht klar mit zu kommunizieren. Leider. Das deutlicher zu machen, würde vieles vereinfachen.

Religion und Öffentlichkeit

Das zweite Thema, dass ich immer wieder mal auf Twitter und Co. diskutiere, ist die Frage nach Religion und Öffentlichkeit. Zumeist taucht da dann der Stehsatz "Religion ist Privatsache" auf. Diesen halte ich für genauso einen ausgemachten Blödsinn, wie die Rede davon, dass Ethik ohne Religion nicht möglich wäre. Das ist aber eine Erkenntnis, die bei mir sehr lange gedauert hat, noch vor zehn Jahren hätte ich da zugestimmt.

Einige Annäherungen ans Thema mit denen ich das erklären möchte:

"Das Private ist politisch" ist eine grundlegende Einsicht der Frauenbewegung der 1970er. Thema war damals, dass Gewalt gegen Frauen eine öffentliche Sache ist und nicht das Privatproblem der betroffenen Frauen. Menschen leben gesellschaftlich und damit politisch (Polis = die Stadt, der Stadtstaat, das Gemeinwesen). Ob ein Mann seiner Frau daheim in der privaten Wohnung die Hölle bereitet, ist eine öffentliche und politische Angelegenheit. Vor allem, dass da die Gesellschaft einschreiten muss.
Diese Einsicht möchte ich auf die Religion umdenken. Was jemand glaubt oder auch nicht glaubt, hat Einfluss auf ihr/sein Verhalten, ihr/sein gesellschaftliches Leben. Insofern ist der persönliche Glaube nicht nur eine Frage einer persönlichen Überzeugung, sondern Teil eines gemeinsamen gesellschaftlichen Prozesses. Damit kann es zum Gegenstand der Kommunikation der Menschen werden, auch medial.

Religion ist wesentlich mehr als Liturgie und Community-Building innerhalb der Angehörigen der Religionsgemeinschaft. Wie diese Bereiche die einzelnen Religionsgemeinschaften gestalten, müssen auch diese selbst ohne Einflussnahme von außen entscheiden können. Das ist wohl der Kern des Menschenrechts Religionsfreiheit - neben dem, dass jeder und jede öffentlich und frei darüber sprechen kann, was sie/er glaubt ohne deswegen irgendwelchen Repressionen ausgesetzt zu sein. Wie in diesem Rahmen mit Symbolen der Religionen im öffentlichen Raum (Kreuze in den Schulen, Moscheen mit Minaretten, ....) umgegangen wird, das ist öffentlich zu verhandeln. Ich persönlich wünsche mir hier mehr Pluralität und sicher nicht, dass alles, was mir persönlich nicht passt oder gefällt aus dem öffentlichen Raum verbannt wird. In der Differenz entwickeln wir uns weiter!

Religion ist (siehe oben) Teil der Quellen aus denen Menschen ihre Werte beziehen. Das über die Ausgestaltung unserer Bildungssystems - auch eine Werteproduzentin - öffentlich verhandelt werden sollte, wird wohl niemand bestreiten. Genauso verhält es sich auch mit der Religion. Welche Rolle diese in der Gesellschaft spielt, sollte gesellschaftlich verhandelt werden. Das geht ganz gewiss nicht, wenn Religion zur Privatsache erklärt wird.

Der christliche Gottesbegriff ist performativ. Das heisst für mich, dass ich nicht einfach sagen kann "Ich glaube an Gott" und dann ist alles eh so wie immer. Vielmehr ist damit Glauben und Handeln in eins gesetzt. Da kann ich mit dem Gedanken von Antje Schrupp erfahrungsbezogen (!) Gott und "Gutes Leben für alle" synonym zu setzen durchaus was anfangen. Das was damit verbunden ist, lebe ich dann ja nicht alleine zu Hause, sondern wie alle in aller Öffentlichkeit und Kommunikation mit anderen. Auch auf Twitter in 140 Zeichen.

So, Schluss, wissentlich, dass da zwischen den Zeilen wieder mal mehr Fragen als Antworten stecken. Oder?

Vögelchen Flickr CC by-nc Matt Hamm

Reposted bykatholisch katholisch

October 13 2011

10:34

Bloggen wider Marketinganleitungen

mms"Bloggen wider Marketinganleitungen" - so hat Helga von der Mädchenmannschaft meine dortige Vorstellung betitelt. Ja, so ist das ;-)

Ich habe mich sehr über diese Einladung, mich bei der Mädchenmannschaft, einem der spannendsten feministischen Blogs im deutschsprachigen Raum, vorzustellen, gefreut. Der Beitrag ist in der Serie WWW-Girls erschienen.

Wer die Mädchenmannschaft noch nicht kennt, sollte sich dort generell mal umtun! Schwere Empfehlung!

October 12 2011

08:31

#sbsm - Soziale Bewegungen und soziale Medien

Zwar habe ich auf Kirche 2.0 über #sbsm gebloggt, es aber bisher verabsäumt das hier entsprechend zu tun. Das ist ein Fehler, der geändert werden muss!

Wer #sbsm nicht kennt, sollte es kennenlernen. Ebenso wie die Leute, die hier als Avatare sichtbar sind :-(Naja, den Obama vielleicht nicht wirklich, der ist ein Kriegsherr und Handlanger der Banken und Konzerne wie die anderen US-Präsidenten auch).

#sbsm ist ein Buch, eine Website und ein Camp. Das Buch ist ein Kind des Web, im Web steht mit CC-Lizenz alles, was im Buch steht und das Camp ist die Face2Face-Vernetzungsveranstaltung dafür. Viele von euch werden #sbsm sowieso schon kennen, weil es mit dieser Verschränkung meiner Meinung nach hervorragend gelungen ist, dass darüber im Web geredet wird, Menschen sich aktiv austauschen und vernetzen. Ich habe da auch was geschrieben in diesem feinen Buch, aber wie das mit Büchern so ist, ein paar Kleinigkeiten würde ich heute schon wieder anders sagen. Aber gedruckt ist gedruckt ;-)

#sbsm ist aber auch eine Bündelung von Aktivitäten im Social Web, die sich diesem Thema aus der Perspektive von sozialen und nicht-kommerziellen Organisationen, Bewegungen und Kampagnen nähern. Ganze Bücherregale voll gibt es dazu, wie Unternehmen im Social Web kommunizieren können (ehrlich, ich habe kaum was davon, weil die besten Social Media Marketing & Co. Dinge sowieso in Blogs und nicht in Büchern stehen). Letztlich geht es da immer darum, dass sich das Engagement im Internet irgendwann mal rechnen muss: ROI, Conversion Rate und was es da alles an Buzzwords gibt. Bei den sozialen Bewegungen ist das anders, die Blickrichtung ist eine andere, das Ziel ist ein anderes. Manchmal sind die Tools die gleichen, aber die Wahl der Tools folgt hoffentlich dem Inhalt und nicht umgekehrt ;-) Gleichzeitig ist aber das Feld sozialer Bewegungen in sich sehr differenziert, von Grassroot-Initiativen über anlassbezogene Protestbewegungen bis zu lange gewachsenen Institutionen wie der Arbeiterkammer, den Gewerkschaften oder auch der Kirche (ja, der Kirche, wenns wen interessiert, erkläre ich gerne mal, warum ich das so sehe). #sbsm versammelt sehr unterschiedliche Zugänge und ich bin davon überzeugt das ist bereichernd, wenn das Social Web dazu beiträgt, dass die, die doch sowieso irgendwie auf der gleichen Seite stehen, mehr voneinander wissen und voneinander lernen.

Vom Buch gibt es einen Klappentext. Weiterblättern online geht von dort aus auch sehr gut, alle Beiträge sind dort verfügbar und noch ein bisserl mehr. Wer das Buch in Händen halten will, kann es über jede Buchhandlung bestellen, es ist - was für manche meiner Kolleg_innen in der Kirche vielleicht praktisch ist - auch im Behelfsdienst im Pastoralamt Linz erhältlich. Wer aber näher ins Thema eintauchen will, der oder die sollte das #sbsmCamp nächste Woche in Wien nicht verpassen. Ich bin da dort und habe mit Erschrecken festgestellt, dass es der liebe Hans Christian Voigt geschafft hat, mich für drei Dinge einzuteilen. Ich mache einen Facebook-Strategie-Workshop, leiere eine Feminismus 2.0 Diskussionsrunde an (sehr offen, mal sehen, was draus wird) und habe auch noch einen kleinen Input bei der Session zur Mitgliederkommunikation zugesagt. Cu there!

September 18 2011

11:56

Regendering Media (Video)

Am Mittwoch habe ich über Regendering Media mitdiskutiert (Ankündigungsblogeintrag). Bei DORF TV gibt es nun auch die Aufzeichnung der Live-Sendung, nun auch hier. Einig waren wir uns alle, dass das Internet auch nicht soviel anders ist als der Rest der Gesellschaft, wenn es um Geschlechterstereotype und Rassismus geht. Doch es ist gestaltbar! Einige spannende Beispiele dafür kommen in der Diskussion vor.

September 13 2011

08:04

Regendering Media: Geschlechterkonstruktionen im Internet

Ich habe wieder mal das Vergnügen, aus einer feministischen Perspektive über das Internet zu diskutieren. Im Rahmen des Projekts Regendering Media geht es am Mittwoch, 14. September ab 20:00 um Geschlechterkonstruktionen im Internet. Die Diskussion wird im Studio von Dorf TV stattfinden, mit Live Übertragung auf Radio Fro 105,0 MHz.
Ich möchte einige interessante Beispiele aus dem Bereich Social Media einbringen, mich aber vor allem auch damit beschäftigen, dass der Gender-Gap im Internet vor allem ein Alters-Gap ist. Dazu gibt es aber dann voraussichtlich sowieso hintennach einen eigenen Blogeintrag ;-)

Viele Zuschreibungen und Erwartungshaltungen gegenüber dem einen oder anderen Geschlecht werden immer noch als selbstverständlich vorausgesetzt. Wie kann eine breite Infragestellung dieser Vorstellungen bei einem möglichst breiten Publikum, jenseits von TheoretikerInnen und AktivistInnen erreichet werden? Was braucht es um die Gender-Thematik wieder „sexy“ zu machen und gängige Geschlechterkonstruktionen, die in vielen Massenmedien transportiert werden, aufzulösen?

„Regendering Media“ befasst sich mit dem Geschlechterdiskurs in den Medien und besteht aus zwei Gesprächsrunden, davon eine in Linz und eine in Wien, einer Plakataktion im Wiener Resselpark und einem Printprojekt. Aufbauend auf einer Recherchephase in Form von ExpertInnengesprächen wird versucht mit den Mitteln der Kunst einen aktivistischen Akzent in der Öffenlichkeit zu setzen.

.

Es diskutieren auf DORF-TV:

Waldtraud Ernst, Philosophin
seit Juli 2010 Universitätsassistentin am Institut für Frauen- und Geschlechterforschung der Johannes Kepler Universität Linz. Lehr- und Forschungsschwerpunkte: Gender in Science and Technology; Feministische Wissenschafts- und Erkenntnistheorie; Theorien und Methoden der Gender Studies.

Andrea Mayer-Edoloeyi
Social Media Managerin der Katholischen Aktion OÖ, Bloggerin, Theologin, Kulturarbeiterin, Feministin und sonst noch so allerlei. Lebt in Linz. http://andreame.at

Brigitte Theißl
Studium der Unternehmenskommunikation, Journalismus und Gender Studies, Dissertantin der Publizistik und Kommunikationswissenschaft in Wien, berufliche Auseinandersetzung mit Geschlechterverhältnissen, Medien und Populärkultur, Betreiberin des feministischen Weblogs „Denkwerkstatt“.

Assimina Gouma
Kommunikationswissenschaftlerin und Migrationsforscherin. Dissertation zu transnationalen Medienpraktiken mit Fokus auf griechische MigrantInnen. Lehrveranstaltungen zu Medien-Migration-Rassismus und Kritischem Journalismus. Mitglied der Forschungsgruppe “Kritische Migrationsforschung”.

August 06 2011

10:57

Erinnerungen an 18 Jahre Mosaic, anlässlich von 20 Jahre WWW

mosaicDas WWW ist heute zwanzig. Da war ich noch nicht dabei, erinnern kann ich mich aber noch an Mosaic, den ersten Webbrowser, gut zwei Jahre später - und an Debatten, ob sich wohl das WWW oder Gopher oder ganz etwas anders durchsetzen wird. Dass sich irgendwas durchsetzen wird, war uns aber schon allen klar oder zumindest wünschten wir uns das.

Meine allerersten Gehversuche in HTML sind auch aus dieser Zeit, damals an der Kepler-Uni. Gecodet habe ich im vi, brav in einer Linux-Shell, was ich aber bis heute nicht wirklich kann ;-) Als es dann plötzlich auch möglich war, den Hintergrund einer Webseite einzufärben und Text zu zentrieren, saß ich ganz begeistert vorm Bildschirm und bewunderte meine Ergebnisse. Falls ich das Sichern hingekriegt hatte, gingen die dann auch gleich online. Unser erster WWW-Server der ÖH Linz war ein 368-er unter Linux, die Jungs waren total stolz auf seine tolle Performance und Uptime - und ich wurde infiziert von den interaktiven Möglichkeiten, die sich da auftaten. Die Mädels waren aber auch ganz wichtig in der Zeit, da gabs es einige, die schon damals nach dem Feminismus im Netz fragten und manchmal auch Konflikte mit den Jungs ausfochten, die meinten, TCP/IP habe eh kein Geschlecht. Einig waren wir uns aber alle, dass das Netz ganz viele Chancen für freie Meinungsäußerung und interaktiven Austausch bietet und dass es dafür offenen Zugang und freie Lizenzen braucht. Wirklich schade, dass die ersten Webseiten nicht erhalten sind, nur spätere sind im Web-Archiv abrufbar.

Ich glaube, meine Phaszination für Social Media ist in dieser Zeit begründet. Damals war klar: Das Internet ist interaktiv, jeder und jede kann etwas beitragen und selbst gestalten. Als die große Shopping-Welle über das Internet hereinbrach, habe ich einige Jahre mein Interesse dran etwas verloren. Aber heute ist es wieder so wie damals: Das Internet ist interaktiv, jeder und jede kann etwas beitragen und selbst gestalten.

Ja, und noch ein Fundstück. Passt fast. Wie sich 1969 die Leute das so vorgestellt haben mit dem Internet:

Video via
Foto CC BY-NC-ND kbaird

April 08 2011

22:28

Hatr: Jetzt gehts den Trollen an den Kragen!

So cool! Auf der neuen Plattform hatr.org werden Troll-Kommentare gesammelt und öffentlich gemacht.

Hatr.org ist eine neue Plattform, auf der Trollkommentare gesammelt werden, die sich Tag für Tag auf denjenigen Blogs finden, die sich kritisch mit (den) gesellschaftlichen Verhältnissen auseinandersetzen. Die Trollkommentare sollen durch Hatr sichtbar werden – ohne das Gesprächsklima auf den Blogs zu stören. Indem wir Werbung auf hatr.org schalten drehen wir den Spieß um und machen aus Hass Geld, das wir für coole Projekte einsetzen/spenden werden.

Die Idee ist einfach perfekt: Alle die sexistischen, homophoben, rassistischen, ... Kommentierenden wird hier mit den eigenen Waffen geschlagen: Die Inhalte werden öffentlich und doch so kontextualisiert, dass der Hass ins Gegenteil verkehrt wird. Da wird es schon fast wieder lustig, die Kommentare zu lesen. Ich muß ja ehrlicherweise sagen, dass ich mich auf den nächsten Trollkommentar freue, denn ich habe mich schon angemeldet. Yaeh!

22:20
hatr

March 21 2011

16:48

GleichGültig ad Theologinnen: „Vater Unser – Mamma Mia?“

Schon letztes Jahr hat das Kollektiv GleichGültig an der Katholisch-Theologischen Privatuniversität mit einer tollen Veranstaltung auf sich aufmerksam gemacht - und auf das wissenschaftliche Schaffen von Frauen. Dieses Jahr liegt der Schwerpunkt bei den Theologinnen.

Termin: 12. Mai 2011, ab 18.30 Uhr (bis max. 22.00 Uhr)
Ort: Bibliothek der Kath.-Theol. Privatuniversität Linz, Bethlehemstrasse 20, 4020 Linz
Infos: http://www.gleichgueltig.info und auf Facebook

Klappe die Zweite. Die konzipierte Trilogie des Studierenden-Kollektivs „GleichGültig“ der Kath.-Theol. Privatuniversität Linz (KTU) befindet sich in Runde II: Anknüpfend an den ersten erfolgreichen Abend – „GleichGültig ad Philosophinnen“ – der sich mit ausgewählten Positionen von Philosophinnen auseinandersetzte, werden nun unterschiedliche Zugänge von Frauen in der Theologie näher beleuchtet. Die diesjährige Veranstaltung „Gleichgültig ad Theologinnen“ trägt den Titel „Vater Unser – Mamma Mia?“ und soll dem Wissenschaftlichen Schaffen von Frauen in der Theologie zu mehr Präsenz im akademischen Diskurs verhelfen.

Für den Einführungsvortrag konnte DDr.in Theresia Heimerl, Religionswissenschafterin und derzeitige Studiendekanin der Katholisch-Theologischen Fakultät der Karl-Franzens- Universität Graz, gewonnen werden. Sie referiert zum Thema „Himmlische Ekstase und göttliche
Selbstvergessenheit: Mechthild von Magdeburg und Marguerite Porete – zwei radikale Gottesrednerinnen des Spätmittelalters“. Beide Mystikerinnen lösten bemerkenswerter Weise sehr konträre Resonanzen bei ihren unmittelbaren Zeitgenossen aus. Während Mechthild von Magdeburg verehrt wurde, verbrannte Marguerite Porete als Ketzerin am Scheiterhaufen.
Nach dem Einführungsvortrag bieten Workshops die Möglichkeit das Oberthema
„Frauen in der Theologie“ interaktiv zu vertiefen.

Neben der kritischen Aufarbeitung von Geschichte und dem Sichtbarmachen von Frauen im wissenschaftlichen Diskurs bemühen sich die rund 20 aktiven Mitglieder, des im Herbst 2009 an der KTU gegründeten Studierenden-Kollektivs „GleichGültig“, durch Eigeninitiative einerseits einen lebendigen Zugang zur Bildungsstätte Universität zu schaffen und andererseits Studierende anzuregen eigene Projekte zu verwirklichen.

November 22 2010

18:56

September 27 2010

09:10

August 17 2010

20:57
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