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July 29 2010

11:21

Frauen, Männer und Geeks (Wifi inside)

Ja, habe ich eh immer schon gesagt:
Es gibt was zwischen den Schubladen Frau und Mann ;-)

via loichay

Reposted byDivius Divius

July 22 2010

08:43

For Women, Social Media is More Than "Girl Talk"

Frauen nutzen Social Media wegen des kulturellen und sozialen Kapitals

July 20 2010

09:07

Die kfb bloggt

Die Katholische Frauenbewegung Österreichs bloggt - und ich darf sie auf den ersten Schritten begleiten. Im Rahmen der kfb Sommerstudientagung in Salzburg, die dem Entwicklungsprozess der kfb "Quo Vadis" gewidmet ist, wird mittels eines neuen Blogs ein "Fenster nach außen" geöffnet, Teilnehmerinnen berichten über ihre Erfahrungen, Interessantes, Bemerkenswertes. Zusätzlich gibt auch noch Doku-Videos.

Neugierig? Hier gehts lang ....

June 10 2010

11:37

Der männliche Fußballgott tummelt sich wieder

[Erstveröffentlichung auf ThemaTisch]

Selbst ich, die da einen hohen Wahrnehmungsfilter "eingebaut" hat, kann an der Tatsache, dass die Männerfußball-WM ansteht nicht vorbei. Alle meine Medienkanäle, online wie offline, sind voll mit dem Thema. Manchmal nervt mich das, manchmal finde es ganz amüsant, weil ich somit Einblicke in eine mir fremde Welt bekomme. Und sowas macht dann doch neugierig, drum hier einige Beobachtungen:

Gott Fußball
1138532687_7a2577ba1b_m
Als Theologin fällt mir natürlich auf, dass sich die Beiträge zu Kirche und Fußball und zur theologischen Relevanz von Fußball in dieser Zeit häufen. Vermutlich steht Fußball paradigmatisch für eine Populärkultur, die durchzogen ist von kulturellen Momenten der Religionen, an deren Mustern sie partizipiert. Ansgar Kreutzer* vertritt die These, dass sich im Fußballsport "die durch Zweckrationalität geprägte Gesellschaft" das "Scheitern ihres eigenen Machbarkeitsmythos" in mythisch-ritueller Form inszeniert. Da überrascht es dann nicht, dass die ganze Palette religiösen Vokabulares im Sprechen über Fußball vorkommt. Allerdings wäre es verfehlt deswegen und wegen religiöser Verhaltensformen am Fußballplatz Religion und Fußball 1:1 zu identifizieren. Beim Fußball ist es nie klar, wer gewinnt. Beim Fußball wird eine "Sensibilität für das Unverfügbare" sichtbar, dass nur Religion und Theologie kulturvieren können. Mit dieser Wahrnehmung kann ich mich auch als eine, die noch nie am Fußballplatz war, identifizieren.

Männerfußball

Es ist schon bemerkenswert, dass alle von der "Fußball-WM" sprechen und damit die Männerfußballweltmeisterschaft meinen als ob Frauen gar nicht Fußball spielen würden. Darin wird meines Erachtens besonders deutlich wie sehr die gesellschaftliche Wahrnehmung noch immer geprägt ist von der Wahrnehmung des Männliches als das Normale, die Regel und dem Weibliches als die Ausnahme, dem Sonderfall. Dazu sei im Kontext des oben zum Gott Fußball gesagten die unlängst leider verstorbene feministische Theologin Mary Daly mit ihrem bekanntesten, aber immer wieder bedenkenswerten Satz zitiert: "Wenn Gott männlich ist, ist das Männliche Gott".**
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Afrika als Medien- und Gesellschaftsthema

Und noch einen ganz anderen Aspekt möchte ich ansprechen: Gestern war wohl einer der besten Club2 (Abrufbar in der ORF TVThek) ever und es ist nur ein Highlight in der Berichterstattung über Afrika. Ich finde es uneingeschränkt gut, dass dieser Kontinent wegen der Männerfußball-WM erstmals wirklich Thema ist, in Mainstream-Medien und in der alternativen Medienszene. Besonders bemerkenswert ist, dass ich die Berichterstattung erstaunlich differenziert erlebe. Die erhöhte Aufmerksamkeit wird auch begleitet von vielen Projekten zum Thema Afrika, die Fragen der Entwicklungszusammenarbeit, aber auch des Lebens von AfrikanerInnen hierzulande ansprechen. Zu hoffen bliebt, dass das Interesse sich nach dem Sportevent nicht wieder gegen Null bewegt, sondern dass da etwas überbleibt und zu unser aller differenzierteren Wahrnehmung beiträgt.

* Kreutzer, Ansgar, Wie gnädig ist der Fußballgott? Der Fußballplatz als religiöser Ort, in: Boelderl, Artur, Eder, Helmut, Kreutzer, Ansgar (Hgg.), Zwischen Beautyfarm und Fußballplatz. Theologische Orte in der Populärkultur, Linz 2005, 203 - 224
** Daly, Mary, Jenseits von Gott Vater, Sohn und Co. Aufbruch zu einer Philosophie der Frauenbefreiung, München 1986

Foto: teliko82

11:24

Der männliche Fußballgott tummelt sich wieder

Selbst ich, die da einen hohen Wahrnehmungsfilter "eingebaut" hat, kann an der Tatsache, dass die Männerfußball-WM ansteht nicht vorbei. Alle meine Medienkanäle, online wie offline, sind voll mit dem Thema. Manchmal nervt mich das, manchmal finde es ganz amüsant, weil ich somit Einblicke in eine mir fremde Welt bekomme. Und sowas macht dann doch neugierig, drum hier einige Beobachtungen:

Gott Fußball

1138532687_7a2577ba1b_mAls Theologin fällt mir natürlich auf, dass sich die Beiträge zu Kirche und Fußball und zur theologischen Relevanz von Fußball in dieser Zeit häufen. Vermutlich steht Fußball paradigmatisch für eine Populärkultur, die durchzogen ist von kulturellen Momenten der Religionen, an deren Mustern sie partizipiert. Ansgar Kreutzer* vertritt die These, dass sich im Fußballsport "die durch Zweckrationalität geprägte Gesellschaft" das "Scheitern ihres eigenen Machbarkeitsmythos" in mythisch-ritueller Form inszeniert. Da überrascht es dann nicht, dass die ganze Palette religiösen Vokabulares im Sprechen über Fußball vorkommt. Allerdings wäre es verfehlt deswegen und wegen religiöser Verhaltensformen am Fußballplatz Religion und Fußball 1:1 zu identifizieren. Beim Fußball ist es nie klar, wer gewinnt. Beim Fußball wird eine "Sensibilität für das Unverfügbare" sichtbar, dass nur Religion und Theologie kulturvieren können. Mit dieser Wahrnehmung kann ich mich auch als eine, die noch nie am Fußballplatz war, identifizieren.

Männerfußball

Es ist schon bemerkenswert, dass alle von der "Fußball-WM" sprechen und damit die Männerfußballweltmeisterschaft meinen als ob Frauen gar nicht Fußball spielen würden. Darin wird meines Erachtens besonders deutlich wie sehr die gesellschaftliche Wahrnehmung noch immer geprägt ist von der Wahrnehmung des Männliches als das Normale, die Regel und dem Weibliches als die Ausnahme, dem Sonderfall. Dazu sei im Kontext des oben zum Gott Fußball gesagten die unlängst leider verstorbene feministische Theologin Mary Daly mit ihrem bekanntesten, aber immer wieder bedenkenswerten Satz zitiert: "Wenn Gott männlich ist, ist das Männliche Gott".**

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May 11 2010

16:55

Frauen - Leben - Geld (Audio)

Erika Kirchweger (Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung OÖ), Ursula Nikodem-Edlinger-Holzinger und Judith Tuder haben sich im Rahmen des 2-jährigen Lehrgangs Geld und Leben der Katholischen Sozialakademie intensiv mit dem Thema Wirtschaft und Gutes Leben auseinandergesetzt. Als Abschlussprojekt entstand eine Radiosendung, die im Freien Radio B138 ausgestrahlt wurde und hier auch als Audiofile zum Nachhören verfügbar ist. Schwere Empfehlung!

frauenakademie_10Menschen in unterschiedlichen Lebens- und Arbeitswelten werden mit feministisch orientierten Konzepten des Wirtschaftens in Verbindung gebracht. Unterschiede im Einkommen von Frauen und Männern, der Bewertung von Arbeit, der Priorität des Profits vor dem Menschen sollen Anstöße geben um übergeschlechtergerechte Wirtschaft und ökonomische Veränderung zum Wohl von Männern und Frauen nachzudenken.

Alle, die jetzt denken, Geld und Leben, das ist aber spannend, seien auf den neuen Durchgang dieses Lehrgangs der KSÖ verwiesen. Die Weiterbildung startet in September 2010.

May 09 2010

09:35

Der Tag der Mütterideologie

Am Sonntag ist wieder Muttertag. Für mich ein ganz ambivalenter Tag. Ich habe selbst keine Kinder, also nur Bezug zu diesem Tag, dass ich jedenfalls meine Mutter anrufe, wenn es irgendwie geht, treffe und sie auch ein kleines Geschenk bekommt. Wenn es passt, wird sie von mir bekocht - das aber sowieso öfter im Jahr, dafür braucht es keinen Anlass, genausowenig wie bei vielen anderen Alltäglichkeiten und auch Nicht-Alltäglichkeiten in unserer Beziehung. 

Irgendwie geht es bei den unterschiedlichen Zugängen zum Muttertag, darum, ob es wirklich diesen Anlass braucht, danke zu sagen. Da meine ich, wie auch Sonja Riha in der Linzer Kirchenzeitung, dass der Tag zum Alibi verkommt, wenn da sonst nichts ist an Aufmerksamkeit. Aber genauso wie beim Valentinstag lassen sich da schon auch positive Anknüpfungen finden, vielleicht braucht es auch solche Tage, um gerade dann, wenn Mutter und Tochter wie in meinem Fall 100 km voneinander entfernt leben, die Beziehung wieder mal zu pflegen. Neue, reflektierte Formen wären aber dazu nötig, denn wie Wilma Steinbacher im gleichen Beitrag in der Linzer Kirchenzeitung anmerkt, verkommt der Muttertag immer mehr zum "Fest des Profits".

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[von ThemaTisch]
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Tags: Feminismus

May 06 2010

15:33

Der Tag der Mütterideologie

Am Sonntag ist wieder Muttertag. Für mich ein ganz ambivalenter Tag. Ich habe selbst keine Kinder, also nur Bezug zu diesem Tag, dass ich jedenfalls meine Mutter anrufe, wenn es irgendwie geht, treffe und sie auch ein kleines Geschenk bekommt. Wenn es passt, wird sie von mir bekocht - das aber sowieso öfter im Jahr, dafür braucht es keinen Anlass, genausowenig wie bei vielen anderen Alltäglichkeiten und auch Nicht-Alltäglichkeiten in unserer Beziehung. 

Irgendwie geht es bei den unterschiedlichen Zugängen zum Muttertag, darum, ob es wirklich diesen Anlass braucht, danke zu sagen. Da meine ich, wie auch Sonja Riha in der Linzer Kirchenzeitung, dass der Tag zum Alibi verkommt, wenn da sonst nichts ist an Aufmerksamkeit. Aber genauso wie beim Valentinstag lassen sich da schon auch positive Anknüpfungen finden, vielleicht braucht es auch solche Tage, um gerade dann, wenn Mutter und Tochter wie in meinem Fall 100 km voneinander entfernt leben, die Beziehung wieder mal zu pflegen. Neue, reflektierte Formen wären aber dazu nötig, denn wie Wilma Steinbacher im gleichen Beitrag in der Linzer Kirchenzeitung anmerkt, verkommt der Muttertag immer mehr zum "Fest des Profits".

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14:36

April 18 2010

14:34

Neubarbeitung kultureller Codes: Und wo sind sie, die Frauen?

Ich finde es immer wieder spannend, wie sehr die kulturellen Codes des Christentums Eingang in die digitale Kultur finden. Zu solch einem Code ist "Das Abendmahl" von Leonardo da Vinci geworden, ich denke es prägt mehr als alle anderen Bilder unsere Vorstellung davon, wie das war als Jesus mit seinen Freund_innen zusammen das letzte Mal getrunken und gegessen hat. Falls ich mich recht entsinne, ist es auch bei "Sakrileg" Ausgangspunkt von allerlei Spekulationen.

Auf Soup habe zwei Varianten dieses kulturellen Codes gefunden, die ich beide für bemerkenswert halte.

Hier stellt sich der_die Macher_in offenbar die Abendmahlszene als Disco-Event der 1970er vor. Maybe, aber mich wundert, dass da dann auch gegessen wird ;-)

Noch interessanter ist die Adaption, die wohl auch auf die Person Leonardo Da Vincis anspielt, der an der Schwelle der neuzeitlichen Naturwissenschaft steht. Die Körperpositionen sind aber verändert, Einstein in der Mitte steht und auch so manch anderes stimmt nicht. Ist das Photoshop geschuldet oder Absicht? Ich weiss es nicht, aber finde es es jedenfalls interessant. Diese Darstellung macht die Frage auf, ob nicht unsere Technik- und Fortschrittsgläubigkeit die gute Botschaft des letzten Abendsmahls, es gibt Heil, Rettung, es ist genug für alle da, ersetzt hat. Ja: Dialektik der Aufklärung.

Was mich aber in beiden Varianten, die mir da zufällig untergekommen sind, wirklich stört, ist, dass ausser (wenn ich das richtig sehe) Marie Curie keine einzige Frau in dieser illustren Runde vorkommt. Die Frage stellt sich umso mehr, da mir neuerdings bei einer Diskussionsveranstaltung bewusst geworden ist, dass konservative Kirchenkreise - fernab jedes wissenschaftlichen, historisch-kritischen Umgangs mit der Bibel - den Ausschluss von Frau vom Priesterinnenamt damit argumentieren, dass bei letzten Abendmahl ja nur Männer dabei gewesen wäre - und dabei die herausragende Rolle, die Frauen in der frühen Kirche gespielt haben, glattweg ignorieren.

Da gefällt mir dann doch die künstlerische Interpretation von Renée Cox, einer amerikanischen Künstlerin jamaikanischer Herkunft, besser, die ihr Werk Yo Mama’s Last Supper genannt hat. Die Frau, in ihrer Nacktheit und Verletztlichkeit, steht da im Mittelpunkt.

Und: Was gefällt euch?

14:34

Neubarbeitung kultureller Codes: Und wo sind sie, die Frauen?

Ich finde es immer wieder spannend, wie sehr die kulturellen Codes des Christentums Eingang in die digitale Kultur finden. Zu solch einem Code ist "Das Abendmahl" von Leonardo da Vinci geworden, ich denke es prägt mehr als alle anderen Bilder unsere Vorstellung davon, wie das war als Jesus mit seinen FreundInnen zusammen das letzte Mal getrunken und gegessen hat. Falls ich mich recht entsinne, ist es auch bei "Sakrileg" Ausgangspunkt von allerlei Spekulationen.

Auf Soup habe zwei Varianten dieses kulturellen Codes gefunden, die ich beide für bemerkenswert halte.

Hier stellt sich der_die Macher_in offenbar die Abendmahlszene als Disco-Event der 1970er vor. Maybe, aber mich wundert, dass da dann auch gegessen wird ;-)

Noch interessanter ist die Adaption, die wohl auch auf die Person Leonardo Da Vincis anspielt, der an der Schwelle der neuzeitlichen Naturwissenschaft steht. Die Körperpositionen sind aber verändert, Einstein in der Mitte steht und auch so manch anderes stimmt nicht. Ist das Photoshop geschuldet oder Absicht? Ich weiss es nicht, aber finde es es jedenfalls interessant. Diese Darstellung macht die Frage auf, ob nicht unsere Technik- und Fortschrittsgläubigkeit die gute Botschaft des letzten Abendsmahls, es gibt Heil, Rettung, es ist genug für alle da, ersetzt hat. Ja: Dialektik der Aufklärung.

Was mich aber in beiden Varianten, die mir da zufällig untergekommen sind, wirklich stört, ist, dass ausser (wenn ich das richtig sehe) Marie Curie keine einzige Frau in dieser illustren Runde vorkommt. Die Frage stellt sich umso mehr, da mir neuerdings bei einer Diskussionsveranstaltung bewusst geworden ist, dass konservative Kirchenkreise - fernab jedes wissenschaftlichen, historisch-kritischen Umgangs mit der Bibel - den Ausschluss von Frau vom Priesterinnenamt damit argumentieren, dass bei letzten Abendmahl ja nur Männer dabei gewesen wäre - und dabei die herausragende Rolle, die Frauen in der frühen Kirche gespielt haben, glattweg ignorieren.

Da gefällt mir dann doch die künstlerische Interpretation von Renée Cox, einer amerikanischen Künstlerin jamaikanischer Herkunft, besser, die ihr Werk Yo Mama’s Last Supper genannt hat. Die Frau, in ihrer Nacktheit und Verletztlichkeit, steht da im Mittelpunkt.

Und: Was gefällt euch?

April 16 2010

10:57

April 08 2010

08:52

„GleichGültig“ - ad. wissenschaftliches Schaffen von Frauen in den Bereichen Philosophie, Theologie und Kunstwissenschaft

Mit Freude habe ich festgestellt, dass sich an meiner Uni, der Katholisch-Theologischen Privatuniversität, etwas tut in Sachen Auseinandersetzung mit der Rolle von Frauen in der Wissenschaft. Nur mein Realismus über meine vorhandenen Energien hat mich davon abgehalten, mich daran zu beteiligen. Leider. Nichts desto trotz möchte ich zumindest auf diese nun stattfindende Veranstaltung „GleichGültig“ - ad. wissenschaftliches Schaffen von Frauen in den Bereichen Philosophie, Theologie und Kunstwissenschaft am 14. April um 20.00 Uhr hinweisen (Details als PDF). Ich bin mir sicher, dass das spannend, erhellend und nett wird. Auf das Einleitungsreferat von Aileen Derieg freue ich mich sehr. Besonders interessant finde ich, dass hier Studienkolleg_innen selbst über Philosophinnen sprechen werden und nicht sofort nur auf "Expert_innen" zurückgegriffen wurde. Das ist eine ermutigende Strategie! Nett war auch der Besuch der Projektinitiator_innen bei der Radio-Sendung von FIFTITU% 52radiominuten.
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08:52

„GleichGültig“ - ad. wissenschaftliches Schaffen von Frauen in den Bereichen Philosophie, Theologie und Kunstwissenschaft

Mit Freude habe ich festgestellt, dass sich an meiner Uni, der Katholisch-Theologischen Privatuniversität, etwas tut in Sachen Auseinandersetzung mit der Rolle von Frauen in der Wissenschaft. Nur mein Realismus über meine vorhandenen Energien hat mich davon abgehalten, mich daran zu beteiligen. Leider. Nichts desto trotz möchte ich zumindest auf diese nun stattfindende Veranstaltung „GleichGültig“ - ad. wissenschaftliches Schaffen von Frauen in den Bereichen Philosophie, Theologie und Kunstwissenschaft am 14. April um 20.00 Uhr hinweisen (Details als PDF). Ich bin mir sicher, dass das spannend, erhellend und nett wird. Auf das Einleitungsreferat von Aileen Derieg freue ich mich sehr. Besonders interessant finde ich, dass hier Studienkolleg_innen selbst über Philosophinnen sprechen werden und nicht sofort nur auf "Expert_innen" zurückgegriffen wurde. Das ist eine ermutigende Strategie! Nett war auch der Besuch der Projektinitiator_innen bei der Radio-Sendung von FIFTITU% 52radiominuten.
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March 31 2010

20:15

Das Spielerische im Web 2.0

Klick, Tipp, Klick, Copy-Paste, Klick, Klick – und schon ist es passiert: Ein kommentierter Link ist auf Facebook als Statusmeldung gepostet. Die Finger auf der Tastatur und am Trackpad bewegen sich schnell, selbst mancher Tippfehler kann den Drang zur Mitteilung an Andere kaum bremsen – denn Tippfehler, Flapsigkeiten, oft Belanglosigkeiten, die in seriösen Texten nichts zu suchen haben, gehören einfach dazu, tragen zur Authentizität bei. Sie gehören zum Web 2.0 dazu, dem Social Web, dem Internet, dass nun nicht mehr von einigen wenigen mit Inhalt versorgt wird, sondern für (fast) alle als Inhalte-Produzent_innen zugänglich ist - am Computer und immer mehr am Handy. Nicht mehr der passive Medienkonsum, sondern die aktive Teilnahme prägen das Web 2.0. Das Internet hat sich vom „Distributionsapparat in einen Kommunikationsapparat“ (frei nach Berthold Brecht) verwandelt.

Verbunden mit dem Web 2.0 ist eine neue - immanente - Heilsversprechung: Jede_r kann teilhaben, Demokratie ist nicht mehr eine Sache von Wahlen alle paar Jahre, sondern wandelt sich in eine partizipative Gesellschaftsgestaltung durch alle. Ja, selbst Konzerne haben die Potentiale der kollektiven Wissensproduktion entdeckt und werden noch effizenter, indem sie ihre Kund_innen schon vorab an der Erfindung neuer Produkte teilhaben lassen und endlich persönlich und authentisch mit ihnen kommunizieren. Das, was Jürgen Habermas in seiner kommunikativen Handlungstheorie als ideale Sprechsituation bezeichnet hat und kontrafaktisch für die intersubjektive Begründung des Wahrheitsanspruchs unterstellt, ist erfüllt, seit es das Web 2.0 gibt.

Nein, stopp, Rückschritttaste. So geht das nicht, #fail oder wie die Wiener_innen twittern #oida. Ja, die Kommunikation verschiebt, erweitert, verändert sich durch das Web 2.0, aber alle Erwartungen, dass daraus ja fast automatisch eine neue, gerechte, gute Welt entstehen wird, sind meiner Meinung nach Phantasmen, die mehr mit subtilen Machtmechanismen und Individualisierung in einer postmodernen Gesellschaft zu tun haben als mit der Realität. Privates und Berufliches verfließt im Web 2.0, die flexiblen, ortunabhängigen, kreativen Webworker_innen sind die Generation Internet, die Macher_innen der Wissensgesellschaft, die „Early Adopters“, die Bobos, die immer die neuesten Gadgets haben und stolz ihre Spielzeuge via Twitpic vorzeigen.

Machbarkeit und das (fast) in Echtzeit – das ist Web 2.0. Wer Fortschrittskritik formuliert, kennt sich nur noch nicht aus mit dem Social Web und ist sowas von 1.0. Und selbst wenn via Twitter über die Dialektik der Aufklärung sinniert wird und damit allerlei intellektuelle Belesenheit gezeigt wird, bleibt vieles offen. Nicht zuletzt die Frage der Privatsphäre und neuer Ausschlüsse. Web 2.0 ist nicht besser oder schlechter als unsere Gesellschaft, es bleibt die Frage nach dem guten Leben, nach dem Sinn, der Bleibendheit und Veränderbarkeit. Die Frage nach dem Kairos im Chronos bleibt.

Und doch. Es werden immer mehr, die sich ins Web 2.0 einklinken. 1,7 Millionen Österreicher_innen sind auf Facebook. Ich mutmaße - passend zum Thema dieses Apfel-Schwerpunktes – dass es (unter anderem) das Spielerische ist , dass viele so fasziniert im Social Web. Damit meine ich jetzt nicht primär Spiele wie Farmville auf Facebook, dass Hunderttausende User_innen hat, sondern die soziale Interaktion, die stattfindet. Web 2.0 ist Zeigen und Verstecken, ist ernsthaft und neckisch (danke @antjeschrupp für diesen treffenden Begriff), ist immer ein Stück weniger direkt als die persönliche Begegnung und eröffnet doch neue Beziehungsqualitäten. Via Twitter oder Facebook Menschen kennenlernen ist anders als sie „in real life“ kennenzulernen, sogar manchmal tiefer und persönlicher, denn die Gemeinsamkeit ist sowieso schon durch die gemeinsam genutzten Webdienste klar. Agieren im Web 2.0 ist Selbstpräsentation – und es gleichzeitig kein klassisches Marketing, kein Make-Up und kein Business-Kostüm. Schon echter – und unechter zugleich. Es ist Suche nach dem Dazwischen – in Bezogenheit.

Ja, selbst das Spiel mit Genderrollen ist möglich. Jederzeit könnte ich mir einen zweiten Account zulegen und ausprobieren, wie es sich anfühlt, wenn ich nicht als Frau auftrete, sondern als Mann oder Transgender-Person. Manche tun das, ich tue ich nicht, aber die Möglichkeit ist mir angenehm. Nicht alle, denen ich auf Twitter folge, kann ich nicht direkt in die „Genderschublade“ schieben. Ein entscheidender Unterschied, denn in real life neigen wir doch alle dazu – oder?

Unzählige Web 2.0 Dienste, meist von Start-Up-Unternehmen angeboten, sprechen den Spieltrieb im Web 2.0 an. Niemand wird annehmen, dass es ernsthaft Sinn ergibt, immer allen mitzuteilen, wo er_sie gerade ist, doch klar gibt ein Tool, dass diese weltbewegende Info gleich an alle Netzwerke verteilt. Und auch die Mitteilung über die Umsetzung meiner neuesten Rezeptentdeckung ist nur ein paar Klicks entfernt und 1000 Leute können es lesen. Ob sie es tun, weiss ich nicht.

So was gehört dazu – ohne dieses spielerische Moment wäre Web 2.0 nur ein wirrer, unpersönlicher, selbstbestellter Newsletterdienst, den ich gleich wieder abmelden würde. Wenn ich interessierte Neulinge beim Einsteig ins Web 2.0 unterstütze, versuche ich sofort dieses spielerische Moment deutlich zu machen. Nicht nur, weil ich weiss, dass platte PR sowieso nicht gut ankommt, sondern vor allem auch, weil Web 2.0 erst wirklich lustig ist, wenn es mit einem Stück langem Atem betrieben wird – und dazu muss es Spass machen. Der Mensch ist eben nicht homo oeconomicus, sondern homo ludens – und spielt besonders gern im Gemeinschaft. Dass sich das manchmal mit gesellschaftspolitisch sinnvollen Aktivitäten verbindet, die genauso im Web 2.0 stattfinden und wenn es klug angegangen, auch Rückwirkungen auf das Offline-Leben haben, ist da fast schon ein positiver Nebeneffekt. Denn auch Politik funktioniert nicht, wenn Menschen instrumentalisiert werden, sondern wenn sie sich frei entscheiden, sich für etwas zu engagieren – und wenn das Spass und Freude macht, eben auch spielerisch ist. Dann halten wir auch auch, dass es Spiele gibt, die wir verlieren.

Wer spielt mit im Social Web? *

* Wem manche Begriffe in diesem Text fremd sind, kann diese problemlos auf Wikipedia.org nachlesen – und dort auch daran weiterschreiben …

[Veröffentlicht in: Der Apfel, Zeitschrift des Österreichischen Frauenforums Feministische Theologie, Nr. 93, 1/2010, 23f.]

Foto: Patrick_Q

20:15

Das Spielerische im Web 2.0

Klick, Tipp, Klick, Copy-Paste, Klick, Klick – und schon ist es passiert: Ein kommentierter Link ist auf Facebook als Statusmeldung gepostet. Die Finger auf der Tastatur und am Trackpad bewegen sich schnell, selbst mancher Tippfehler kann den Drang zur Mitteilung an Andere kaum bremsen – denn Tippfehler, Flapsigkeiten, oft Belanglosigkeiten, die in seriösen Texten nichts zu suchen haben, gehören einfach dazu, tragen zur Authentizität bei. Sie gehören zum Web 2.0 dazu, dem Social Web, dem Internet, dass nun nicht mehr von einigen wenigen mit Inhalt versorgt wird, sondern für (fast) alle als Inhalte-Produzent_innen zugänglich ist - am Computer und immer mehr am Handy. Nicht mehr der passive Medienkonsum, sondern die aktive Teilnahme prägen das Web 2.0. Das Internet hat sich vom „Distributionsapparat in einen Kommunikationsapparat“ (frei nach Berthold Brecht) verwandelt.

Verbunden mit dem Web 2.0 ist eine neue - immanente - Heilsversprechung: Jede_r kann teilhaben, Demokratie ist nicht mehr eine Sache von Wahlen alle paar Jahre, sondern wandelt sich in eine partizipative Gesellschaftsgestaltung durch alle. Ja, selbst Konzerne haben die Potentiale der kollektiven Wissensproduktion entdeckt und werden noch effizenter, indem sie ihre Kund_innen schon vorab an der Erfindung neuer Produkte teilhaben lassen und endlich persönlich und authentisch mit ihnen kommunizieren. Das, was Jürgen Habermas in seiner kommunikativen Handlungstheorie als ideale Sprechsituation bezeichnet hat und kontrafaktisch für die intersubjektive Begründung des Wahrheitsanspruchs unterstellt, ist erfüllt, seit es das Web 2.0 gibt.

Nein, stopp, Rückschritttaste. So geht das nicht, #fail oder wie die Wiener_innen twittern #oida. Ja, die Kommunikation verschiebt, erweitert, verändert sich durch das Web 2.0, aber alle Erwartungen, dass daraus ja fast automatisch eine neue, gerechte, gute Welt entstehen wird, sind meiner Meinung nach Phantasmen, die mehr mit subtilen Machtmechanismen und Individualisierung in einer postmodernen Gesellschaft zu tun haben als mit der Realität. Privates und Berufliches verfließt im Web 2.0, die flexiblen, ortunabhängigen, kreativen Webworker_innen sind die Generation Internet, die Macher_innen der Wissensgesellschaft, die „Early Adopters“, die Bobos, die immer die neuesten Gadgets haben und stolz ihre Spielzeuge via Twitpic vorzeigen.

Machbarkeit und das (fast) in Echtzeit – das ist Web 2.0. Wer Fortschrittskritik formuliert, kennt sich nur noch nicht aus mit dem Social Web und ist sowas von 1.0. Und selbst wenn via Twitter über die Dialektik der Aufklärung sinniert wird und damit allerlei intellektuelle Belesenheit gezeigt wird, bleibt vieles offen. Nicht zuletzt die Frage der Privatsphäre und neuer Ausschlüsse. Web 2.0 ist nicht besser oder schlechter als unsere Gesellschaft, es bleibt die Frage nach dem guten Leben, nach dem Sinn, der Bleibendheit und Veränderbarkeit. Die Frage nach dem Kairos im Chronos bleibt.

Und doch. Es werden immer mehr, die sich ins Web 2.0 einklinken. 1,7 Millionen Österreicher_innen sind auf Facebook. Ich mutmaße - passend zum Thema dieses Apfel-Schwerpunktes – dass es (unter anderem) das Spielerische ist , dass viele so fasziniert im Social Web. Damit meine ich jetzt nicht primär Spiele wie Farmville auf Facebook, dass Hunderttausende User_innen hat, sondern die soziale Interaktion, die stattfindet. Web 2.0 ist Zeigen und Verstecken, ist ernsthaft und neckisch (danke @antjeschrupp für diesen treffenden Begriff), ist immer ein Stück weniger direkt als die persönliche Begegnung und eröffnet doch neue Beziehungsqualitäten. Via Twitter oder Facebook Menschen kennenlernen ist anders als sie „in real life“ kennenzulernen, sogar manchmal tiefer und persönlicher, denn die Gemeinsamkeit ist sowieso schon durch die gemeinsam genutzten Webdienste klar. Agieren im Web 2.0 ist Selbstpräsentation – und es gleichzeitig kein klassisches Marketing, kein Make-Up und kein Business-Kostüm. Schon echter – und unechter zugleich. Es ist Suche nach dem Dazwischen – in Bezogenheit.

Ja, selbst das Spiel mit Genderrollen ist möglich. Jederzeit könnte ich mir einen zweiten Account zulegen und ausprobieren, wie es sich anfühlt, wenn ich nicht als Frau auftrete, sondern als Mann oder Transgender-Person. Manche tun das, ich tue ich nicht, aber die Möglichkeit ist mir angenehm. Nicht alle, denen ich auf Twitter folge, kann ich nicht direkt in die „Genderschublade“ schieben. Ein entscheidender Unterschied, denn in real life neigen wir doch alle dazu – oder?

Unzählige Web 2.0 Dienste, meist von Start-Up-Unternehmen angeboten, sprechen den Spieltrieb im Web 2.0 an. Niemand wird annehmen, dass es ernsthaft Sinn ergibt, immer allen mitzuteilen, wo er_sie gerade ist, doch klar gibt ein Tool, dass diese weltbewegende Info gleich an alle Netzwerke verteilt. Und auch die Mitteilung über die Umsetzung meiner neuesten Rezeptentdeckung ist nur ein paar Klicks entfernt und 1000 Leute können es lesen. Ob sie es tun, weiss ich nicht.

So was gehört dazu – ohne dieses spielerische Moment wäre Web 2.0 nur ein wirrer, unpersönlicher, selbstbestellter Newsletterdienst, den ich gleich wieder abmelden würde. Wenn ich interessierte Neulinge beim Einsteig ins Web 2.0 unterstütze, versuche ich sofort dieses spielerische Moment deutlich zu machen. Nicht nur, weil ich weiss, dass platte PR sowieso nicht gut ankommt, sondern vor allem auch, weil Web 2.0 erst wirklich lustig ist, wenn es mit einem Stück langem Atem betrieben wird – und dazu muss es Spass machen. Der Mensch ist eben nicht homo oeconomicus, sondern homo ludens – und spielt besonders gern im Gemeinschaft. Dass sich das manchmal mit gesellschaftspolitisch sinnvollen Aktivitäten verbindet, die genauso im Web 2.0 stattfinden und wenn es klug angegangen, auch Rückwirkungen auf das Offline-Leben haben, ist da fast schon ein positiver Nebeneffekt. Denn auch Politik funktioniert nicht, wenn Menschen instrumentalisiert werden, sondern wenn sie sich frei entscheiden, sich für etwas zu engagieren – und wenn das Spass und Freude macht, eben auch spielerisch ist. Dann halten wir auch auch, dass es Spiele gibt, die wir verlieren.

Wer spielt mit im Social Web? *

* Wem manche Begriffe in diesem Text fremd sind, kann diese problemlos auf Wikipedia.org nachlesen – und dort auch daran weiterschreiben …

[Veröffentlicht in: Der Apfel, Zeitschrift des Österreichischen Frauenforums Feministische Theologie, Nr. 93, 1/2010, 23f.]

Foto: Patrick_Q

March 30 2010

09:09

"Die Theologie sollte sich selbst ins Auge fassen"

Echt Sehenswert: Die feministische Theologin Ina Praetorius spricht mit Bischof Kurt Koch über die aktuelle Kirchensituation, sexualisierte Gewalt und über unterschiedliche Zugänge zu Opfertheologien. Via Twitter Antje Schrupp.

Sternstunde Religion vom 28.03.2010

Direkt beim SFR ansehen.

February 04 2010

21:31

October 15 2009

19:33

August 03 2009

09:14
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