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February 17 2012

11:33

Fleischfreitag - Anleihen am Christlichen

Das Land OÖ. macht eine neue Aktion. Mit Fleischfreitag wird dafür geworben, am Freitag kein Fleisch zu essen, sondern zu vegetarischen Alternativen zu greifen. Gasthäuser werden eingebunden, usergeneriert werden Rezepte gesammelt. Insgesamt eine gute Sache, um einen verantwortlichen Konsum zu fördern, denn bekannt ist, dass zuviel an Fleisch für die Umwelt und die Menschen schädlich ist. Das Thema wird sehr positiv und professionell kommuniziert.

Letzte Woche ist mir eine Broschüre dieser Aktion untergekommen und nun habe ich mich auf der Website umgesehen. Was ich da als Theologin bemerkenswert finde: Mit dem Freitag als fleischfreien Tag wird unmittelbar und offensichtlich Anleihe an einer christlichen Tradition genommen, aber es ist im Rahmen dieser Aktion kein Wort davon die Rede, warum es ausgerechnet der Freitag ist.

Ja, natürlich eignet der sich für das gelungene Wortspiel, aber ich glaube, das ist es nicht alleine. Hier wird in geschickter Weise Tradition und Neues verbunden und das gefällt mir.

Heutzutage wird das mit dem fleischfreien Freitag ja in der Katholischen Kirche als Empfehlung, aber überhaupt nicht mehr als unbedingte Vorschrift gehandhabt. Welche Formen des Verzichts jemand wählt am Freitag, ist jedem selbst überlassen und mein Eindruck ist, dass diese Freitags-Tradition schon lange nicht mehr Common-Sense ist. Gleichzeitig gibt es in den Kirchen eine intensive Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeitsthemen, mit der Bewahrung der Schöpfung, und durchaus auch damit, wo hier persönliche Beiträge liegen können.

Ich finde es interessant, wie hier säkularisierte Welt und eine fast schon verschwundene katholische Tradition zusammenkommen. Irgendwie hat das was Ambivalentes, aber ich glaube doch, dass hier mehr Chancen drinnen stecken als man_frau auf den ersten Blick meinen möchte.

Ich esse zwar sowieso nicht jeden Tag Fleisch (und wenn dann immer Bio, wenn es irgendwie geht), aber finde es für mich persönlich interessant, da über Rhythmen nachzudenken, wann ich was esse oder wann eben nicht.

January 24 2012

20:10

Social Media. Kommunikationsräume mit Digital Residents eröffnen

Heute habe ich im Rahmen des interdisziplinären Oberseminars an der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz einen Vortrag (mehr oder minder) über das Thema meiner pastoraltheologischen Diplomarbeit gehalten.

Ich glaube, das ist ganz gut gelaufen und war interessant für die Teilnehmenden. Jedenfalls habe ich selbst viele spannende Anregungen bekommen und hätte natürlich gleich wieder mindestens fünf weitere Themen für Diplomarbeiten und so. Naja, so ist das halt ;-) Ich bleibe trotzdem bei meinem Thema und hoffe, das ich das energietechnisch hinkriege, das Ding dann auch wirklich zu schreiben und nicht nur drüber vorzutragen und zu diskutieren.

Hier gibts die Slides dazu:

Wer weitere Fragen hat und überhaupt ganz was anders meint: Ich freue mich über Kommentare, Anregungen und Kritik!

Foto Flickr CC by-nc-sa waferbaby

October 21 2011

17:00

Religion, Ethik, Öffentlichkeit in mehr als 140 Zeichen

Heute ist wieder mal eine kleine Hin- und Her-Twitterei über Religion ausgebrochen. Mein Resümee war dann, dass das, was dort inhaltlich verhandelt wird, einfach den Rahmen sprengt, den 140 Zeichen so vorgeben. @digiom hat vorgeschlagen, ich möge doch mal drüber bloggen. Also tue ich das, auch wenn ich mir eigentlich denke, dass auch ein Blogpost viel zu wenig ist für die komplexe Materie. Wenn ich das so biografisch bedenke, dann stelle ich fest, dass ich - um das Verhältnis Religion - Gesellschaft und meine eigene Position da drin irgendwie klar zu kriegen, mindestens ein ganzes Theologiestudium gebraucht habe und eigentlich da selbst noch immer mehr Fragen als Antworten habe. Ja, aber so ist das halt, ich bin sowieso keine Freundin von vorschnellen und allzu fixen Antworten. Meine Motiviation überhaupt Theologie zu studieren, liegt tief da drin vergraben in diesem Thema.

Religion und Ethik

Das erste Thema (und sogar das noch einfachere), das immer wieder auftaucht auf Twitter ist, dass Christ_innen allen Nicht-Christ_innen unterstellen würden, sie hätten keine Werte und keine Ethik. Das ist natürlich ein ausgemachter Blödsinn und eigentlich etwas das seit mindestens 100 Jahren philosophisch völlig klar ist. Gott braucht es nicht, um ethisch gutes Verhalten zu rechtfertigen, dafür reicht die Vernunft der Menschen aus. Dass sich diese aber noch nicht wirklich durchgesetzt hat, dafür reicht ein Blick auf die Schlagzeilen der Nachrichten.
Menschen haben aber, oft biografisch begründet, sehr unterschiedliche Quellen wie sie zu ihren Werten kommen. Da kann der Glaube an Gott eine Quelle dafür sein, genauso wie die Sozialisiation in der Herkunftsfamilie und das ganze gesellschaftliche Umfeld, in dem Menschen leben. Erfahrung und Bildung sind wohl die entscheidenden Stichworte.

Der Glaube an Gott ist auch gewiss keine Garantie dafür, dass jemand zu einer besseren Ethik kommt. Beispiele von den Kreuzzügen bis Bin Laden lassen sich genug finden, wo das offensichtlich nicht der Fall ist. Was besser ist? Das entsteht wohl auch in kommunikativer Verhandlung, aber nehmen wir doch einfach mal die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte als Orientierungspunkt (ja, ich weiss, das ist ein eurozentristisches Konzept ....).

Nun gibt es immer wieder auch Studien, die nachweisen wollen, dass die Religion ein Faktor dafür ist, dass Menschen besser oder glücklicher sind. @michalaki hat heute so eine Studie in die Debatte eingeworfen. Manche davon haben für mich ja auch durchaus eine gewisse Plausibilität. Trotzdem bin ich da skeptisch und zwar vor allem deswegen, weil der Begriff "Religion" religionssoziologisch heiss diskutiert ist und es bei solchen empirischen Untersuchungen immer sehr drauf ankommt, welcher Religionsbegriff als Referenz herangezogen wird und wie gefragt wird. Jürgen Habermas hat doch mal was von Erkenntnis und Interesse geschrieben ;-) Jedenfalls glaube ich, dass es selten produktiv ist, solche leicht zu kritisierenden Studien in Diskussionen ins Treffen zu führen, was ja nicht heissen soll, dass Forschung in dieser Richtung nicht sinnvoll und interessant sein kann.

Der Grund der Aufregung ist meistens ja sowieso wo anders zu finden: Zu recht fühlen sich Menschen, die glauben, ihnen würde unterstellt, sie wären, weil sie nicht an Gott glauben, die schlechteren Menschen, nicht gut dabei und regen sich auf. Das würde ich ja auch machen. Mich stimmt nachdenklich, dass das immer wieder auftaucht. Das, was ich oben als notwendige Differenzierung zum Thema Religion und Ethik geschildert habe, ist eine breit getragene Einsicht der (christlichen) Theologie und Philosophie, kein_e ernsthafte_r Theolog_in würde das bestreiten (da gibts aber noch immer genug zu diskutieren, z.B. die Frage, warum es so viel von Menschen produzierten unsagbares Leid auf dieser Welt gibt). Offenbar gelingt es den Kirchen in der Kommunikation ihrer Botschaften nicht, diese Einsicht klar mit zu kommunizieren. Leider. Das deutlicher zu machen, würde vieles vereinfachen.

Religion und Öffentlichkeit

Das zweite Thema, dass ich immer wieder mal auf Twitter und Co. diskutiere, ist die Frage nach Religion und Öffentlichkeit. Zumeist taucht da dann der Stehsatz "Religion ist Privatsache" auf. Diesen halte ich für genauso einen ausgemachten Blödsinn, wie die Rede davon, dass Ethik ohne Religion nicht möglich wäre. Das ist aber eine Erkenntnis, die bei mir sehr lange gedauert hat, noch vor zehn Jahren hätte ich da zugestimmt.

Einige Annäherungen ans Thema mit denen ich das erklären möchte:

"Das Private ist politisch" ist eine grundlegende Einsicht der Frauenbewegung der 1970er. Thema war damals, dass Gewalt gegen Frauen eine öffentliche Sache ist und nicht das Privatproblem der betroffenen Frauen. Menschen leben gesellschaftlich und damit politisch (Polis = die Stadt, der Stadtstaat, das Gemeinwesen). Ob ein Mann seiner Frau daheim in der privaten Wohnung die Hölle bereitet, ist eine öffentliche und politische Angelegenheit. Vor allem, dass da die Gesellschaft einschreiten muss.
Diese Einsicht möchte ich auf die Religion umdenken. Was jemand glaubt oder auch nicht glaubt, hat Einfluss auf ihr/sein Verhalten, ihr/sein gesellschaftliches Leben. Insofern ist der persönliche Glaube nicht nur eine Frage einer persönlichen Überzeugung, sondern Teil eines gemeinsamen gesellschaftlichen Prozesses. Damit kann es zum Gegenstand der Kommunikation der Menschen werden, auch medial.

Religion ist wesentlich mehr als Liturgie und Community-Building innerhalb der Angehörigen der Religionsgemeinschaft. Wie diese Bereiche die einzelnen Religionsgemeinschaften gestalten, müssen auch diese selbst ohne Einflussnahme von außen entscheiden können. Das ist wohl der Kern des Menschenrechts Religionsfreiheit - neben dem, dass jeder und jede öffentlich und frei darüber sprechen kann, was sie/er glaubt ohne deswegen irgendwelchen Repressionen ausgesetzt zu sein. Wie in diesem Rahmen mit Symbolen der Religionen im öffentlichen Raum (Kreuze in den Schulen, Moscheen mit Minaretten, ....) umgegangen wird, das ist öffentlich zu verhandeln. Ich persönlich wünsche mir hier mehr Pluralität und sicher nicht, dass alles, was mir persönlich nicht passt oder gefällt aus dem öffentlichen Raum verbannt wird. In der Differenz entwickeln wir uns weiter!

Religion ist (siehe oben) Teil der Quellen aus denen Menschen ihre Werte beziehen. Das über die Ausgestaltung unserer Bildungssystems - auch eine Werteproduzentin - öffentlich verhandelt werden sollte, wird wohl niemand bestreiten. Genauso verhält es sich auch mit der Religion. Welche Rolle diese in der Gesellschaft spielt, sollte gesellschaftlich verhandelt werden. Das geht ganz gewiss nicht, wenn Religion zur Privatsache erklärt wird.

Der christliche Gottesbegriff ist performativ. Das heisst für mich, dass ich nicht einfach sagen kann "Ich glaube an Gott" und dann ist alles eh so wie immer. Vielmehr ist damit Glauben und Handeln in eins gesetzt. Da kann ich mit dem Gedanken von Antje Schrupp erfahrungsbezogen (!) Gott und "Gutes Leben für alle" synonym zu setzen durchaus was anfangen. Das was damit verbunden ist, lebe ich dann ja nicht alleine zu Hause, sondern wie alle in aller Öffentlichkeit und Kommunikation mit anderen. Auch auf Twitter in 140 Zeichen.

So, Schluss, wissentlich, dass da zwischen den Zeilen wieder mal mehr Fragen als Antworten stecken. Oder?

Vögelchen Flickr CC by-nc Matt Hamm

Reposted bykatholisch katholisch

October 12 2011

08:31

#sbsm - Soziale Bewegungen und soziale Medien

Zwar habe ich auf Kirche 2.0 über #sbsm gebloggt, es aber bisher verabsäumt das hier entsprechend zu tun. Das ist ein Fehler, der geändert werden muss!

Wer #sbsm nicht kennt, sollte es kennenlernen. Ebenso wie die Leute, die hier als Avatare sichtbar sind :-(Naja, den Obama vielleicht nicht wirklich, der ist ein Kriegsherr und Handlanger der Banken und Konzerne wie die anderen US-Präsidenten auch).

#sbsm ist ein Buch, eine Website und ein Camp. Das Buch ist ein Kind des Web, im Web steht mit CC-Lizenz alles, was im Buch steht und das Camp ist die Face2Face-Vernetzungsveranstaltung dafür. Viele von euch werden #sbsm sowieso schon kennen, weil es mit dieser Verschränkung meiner Meinung nach hervorragend gelungen ist, dass darüber im Web geredet wird, Menschen sich aktiv austauschen und vernetzen. Ich habe da auch was geschrieben in diesem feinen Buch, aber wie das mit Büchern so ist, ein paar Kleinigkeiten würde ich heute schon wieder anders sagen. Aber gedruckt ist gedruckt ;-)

#sbsm ist aber auch eine Bündelung von Aktivitäten im Social Web, die sich diesem Thema aus der Perspektive von sozialen und nicht-kommerziellen Organisationen, Bewegungen und Kampagnen nähern. Ganze Bücherregale voll gibt es dazu, wie Unternehmen im Social Web kommunizieren können (ehrlich, ich habe kaum was davon, weil die besten Social Media Marketing & Co. Dinge sowieso in Blogs und nicht in Büchern stehen). Letztlich geht es da immer darum, dass sich das Engagement im Internet irgendwann mal rechnen muss: ROI, Conversion Rate und was es da alles an Buzzwords gibt. Bei den sozialen Bewegungen ist das anders, die Blickrichtung ist eine andere, das Ziel ist ein anderes. Manchmal sind die Tools die gleichen, aber die Wahl der Tools folgt hoffentlich dem Inhalt und nicht umgekehrt ;-) Gleichzeitig ist aber das Feld sozialer Bewegungen in sich sehr differenziert, von Grassroot-Initiativen über anlassbezogene Protestbewegungen bis zu lange gewachsenen Institutionen wie der Arbeiterkammer, den Gewerkschaften oder auch der Kirche (ja, der Kirche, wenns wen interessiert, erkläre ich gerne mal, warum ich das so sehe). #sbsm versammelt sehr unterschiedliche Zugänge und ich bin davon überzeugt das ist bereichernd, wenn das Social Web dazu beiträgt, dass die, die doch sowieso irgendwie auf der gleichen Seite stehen, mehr voneinander wissen und voneinander lernen.

Vom Buch gibt es einen Klappentext. Weiterblättern online geht von dort aus auch sehr gut, alle Beiträge sind dort verfügbar und noch ein bisserl mehr. Wer das Buch in Händen halten will, kann es über jede Buchhandlung bestellen, es ist - was für manche meiner Kolleg_innen in der Kirche vielleicht praktisch ist - auch im Behelfsdienst im Pastoralamt Linz erhältlich. Wer aber näher ins Thema eintauchen will, der oder die sollte das #sbsmCamp nächste Woche in Wien nicht verpassen. Ich bin da dort und habe mit Erschrecken festgestellt, dass es der liebe Hans Christian Voigt geschafft hat, mich für drei Dinge einzuteilen. Ich mache einen Facebook-Strategie-Workshop, leiere eine Feminismus 2.0 Diskussionsrunde an (sehr offen, mal sehen, was draus wird) und habe auch noch einen kleinen Input bei der Session zur Mitgliederkommunikation zugesagt. Cu there!

October 04 2011

20:07

Kirche 2.0, alles neu!

Heute war es nun endlich so weit, Kirche 2.0, das Webprojekt an dem Maria Schmidt und ich in letzter Zeit intensiv gewerkelt haben, ist online gegangen.

Auf Kirche 2.0 geht es - no na ned - um das Thema Kirche und Social Media, neben einem Blog gibt es auch zahlreiche weitere Informationsbereiche, unter anderem auch ein eBook zum Thema. Die Page ist ein Angebot des Kommunikationsbüros der Diözese Linz in Kooperation mit der Katholischen Aktion Oberösterreich. Strategisch geht es mit dieser Page darum, engagierte ChristInnen bei ihrem Einstieg ins Social Web zu unterstützen und zu begleiten und das Thema ansich voranzutreiben. Denn Potential hat das allemal, gerade gestern habe ich wieder mal bei einem sehr spannenden Vortrag an der Uni von Ansgar Kreutzer davon gehört, dass wir Christ_innen eine universale Heilsbotschaft für alle Menschen haben. Da ist doch klar, dass das auch im Social Web stattfinden muss!

Ich bin schon gespannt, wie es weitergeht mit Kirche 2.0; eine Basis für eine gute Weiterentwicklung ist damit jedenfalls geschaffen und erste Feedbacks auf Twitter zeigen mir, dass das Projekt gefällt. Für mein Blog hier gilt weiter, dass alles, was ich spezifisch zum Thema Kirche und Social Media schreibe, im Normalfall weiter hier nicht zu finden sein wird, sondern eben auf Kirche 2.0. Wer das also lesen mag, sollte sich den RSS-Feed von Kirche 2.0 schnappen. Viel Vergnügen damit!

September 27 2011

19:05

Kommunikationsräume mit Digital Residents eröfnen. Pastoral 3.0. (Slides)

Von 23. bis 25. September 2011 war ich auf der Tagung Personen im Web 2.0 - Theologische Perspektiven in Göttingen. Ich werde da noch an passender Stelle, sprich dort, wo ich sonst immer über Kirche und Social Media blogge, drüber berichten. Doch hier mal meine Slides. Ich habe einige Momente aus meiner Diplomarbeit vorgestellt, wo es um das Thema kirchliche Kommunikation mit Digital Residents aus der Perspektive der Sinusstudien geht und mich über die interessierten Rückmeldungen sehr gefreut. Offenbar hat das Plausibilität, wie ich das Thema denke. Ich hoffe die Motivation hält an, denn bei der Arbeit ansich liegt noch ein gutes Stück des Weges vor mir.

September 18 2011

11:16

Kein ruhiges Wochenende!

So richtig zum Ausrasten ist es nicht dieses Wochenende, aber ich bin so guter Dinge, weil derzeit alles so toll klappt. Die Freude möchte ich gerne mit euch teilen.

Gestern hatte ich, gemeinsam mit Bernhard Rudinger von der KA OÖ, das Vergnügen bei der Katholischen Jungschar OÖ einen Input zur Sinus U27 Studie und zum Thema Engagementbereitschaft Jugendlicher zu liefern und dann da drüber zu diskutieren. Naja, um Social Media ist es auch gegangen, wie immer. Das war ausgesprochen produktiv und ich denke auch sehr nützlich für die Weiterarbeit der KJS mit Kindern und Jugendlichen. Ganz im Sinne der "Generation Benefit" ;-)

Und heute ist der Tag des Zuschauens: Gemeinsam mit Maria Schmidt habe ich für das Kommunikationsbüro der Katholischen Kirche in OÖ ein Mitmach-Webprojekt umgesetzt. Beim heutigenTag des Pfarrfotos werden Pfarren eingeladen, ein Fotos der sonntäglichen Kirchgänger_innen vom Kirchturm zu machen und das Foto auf einer Website hochzuladen. Das klappt total super, viele machen mit und es ist ein richtiges Sonntagsvergnügen dem fast minütlichen Eintrudeln der Pfarrfotos zuzuschauen und die kreativen Umsetzungsvarianten zu bewundern. Nettes Feedback von weit weg ist auch schon gekommen und mir gefällt, dass damit so schön die Vielfalt und Kreativität in den Pfarren in einem gemeinsamen Bild sichtbar wird.

Ein guter Tag!

September 13 2011

20:02

"Diese Zeiten liegen hinter uns, wo Dinge einfach ausgeblendet werden, nur weil sie uns nicht gefallen"

Ich möchte nur kurz auf diesen wunderbaren Blogeintrag von Philaeus, der sich selbst als Atheist bezeichnet, hinweisen. Auch wenn ich nicht alles 100%ig genau so sehe, ist es wirklich eine Freude so eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema Religion im öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu lesen. Da gehts lang: Re: "Religion und ORF" - Der kleine Unterschied zwischen Religionsfeindlichkeit und sachlicher Kritik

August 28 2011

10:28

Create your world!?

Otelo organisiert im Rahmen der Ars Electronica ein Barcamp und lädt zur Blogparade. Das Thema des ganzen Events ist Create your World, es ist die Jugendschiene der Ars.

Als Theologin ist dieser Slogan "Create your World" einer, der mich aufmerken lässt. Wirklich? Kreiieren wir die Welt - oder ist diese Welt nicht vielmehr von Gott geschaffen* und ein Geschenk an uns Menschen? Ich denke dann aber gleich an Dorothee Sölle und ihre Rede von den Mit-Schöpfer_innen, die wir Menschen sind und werde gleich versöhnter. Gott hat uns die Welt nicht gegeben, um passiv zu sein, sondern um sie zu gestalten. Und wie wir das tun, ist überhaupt nicht wurscht, sondern das das alles hat etwas mit dem guten Leben für alle Menschen zu tun. Sobald ist daran glaube, dass diese Welt von Gott geschaffen ist, lebe ich anders. Vor allem heisst dann gutes Leben nicht Machbarkeit um jeden Preis, nicht immer noch mehr und mehr, sondern auch mal Innehalten und nachdenken, was da eigentlich passiert und wohin das führt. Und das was wirklich wichtig ist, ist nicht selbstgeschaffen, sondern ein Geschenk. Gnade nennt sich das in theologischer Sprache, die heutzutage furchtbar antiquiert klingt und in so einem Blog wie meinem nur in sanften Dosen verwendbar ist ;-)

In der Blogparade wird gefragt, ob Bloggen und Barcamps die Welt verändern können. Ja, klar. Welche Frage! Interaktive Kommunikation im Internet verändert und Barcamps sind genau aus dieser Kultur des Miteinanders entstanden. Man_frau muss gar nicht nach Ägypten oder China schauen, um zu erkennen, dass der offene Zugang zu Medien Demokratie und Partizipation fördert. Ein Blick aufs Ganze, die Frage nach dem Woher und Wohin, an die uns schon das Wort "Gott" erinnert, ist da durchaus gut, denn das verhindert, dass wir in aller Euphorie all zuviel an Heilserwartung mit dem Internet verbinden und eng im Blickwinkel werden. Create your World gibt es auch ohne Internet ;-)

* Disclaimer für alle, die das unbedingt missverstehen wollen: Ich schreibe hier in der Ich-Perspektive und vom Glauben. Das ist etwas anderes als eine naturwissenschaftliche Perspektive - und gar kein Widerspruch, denn in der Ich-Perspektive geht es um Sinn, in der 3.-Person-Perspektive um Beschreibung.

August 17 2011

15:13

Memento Mori

Jede Photographie ist ein Memento Mori

- Susan Sontag

via Kulturtechno

July 25 2011

17:10

Ein "christlicher Fundamentalist"?

Anders B., der mutmaßliche Urheber der grausamen Attentate in Norwegen wird in den Medien immer wieder als "christlicher Fundamentalist" bezeichnet. Seine wirren Gedanken weisen offenbar nicht nur in die Richtung des Rechtsextremismus, sondern enthalten eben auch Spuren des Christlichen - oder was er da auch immer darunter versteht. Die Aussage, Anders B., sei "christlich-fundamentalistisch" orientiert, stammt von der norwegischen Polizei.

Zu Recht gibt es Empörung auf Twitter, wenn der ORF Niederösterreich nun diese Bezeichnung verbieten lassen will. So eine Direktive ist wohl mit einem guten Stück Verleugnung der Realität verbunden. Es gibt sie, diese Leute, die die christliche Botschaft so derartig missverstehen, dass sie Fremdenhass, nationalsozialistisches Gedankengut und in letzter Konsequenz einen unglaublichen Gewaltausbruch gegen Kinder und Jugendliche damit verbinden. Ich erinnere nur an die Holocaust-Leugnung des Piusbruders Richard Williamson und letztlich kommt der Auftritt von HC Strache mit einem Kreuz auch aus dieser Ecke. Aber keine Frage, da liegen trotzdem noch Welten zwischen den drei genannten Personen.

Und doch: Ich verstehe das Unbehagen von Christ_innen, wenn sie mit jemand wie Anders B. irgendwie in einen Topf geworfen werden. Ich habe das selbst. Zwar wird korrekterweise von "fundamentalistisch-christlich" gesprochen und nicht nur von "christlich", aber trotzdem: Die Pauschalverurteilung alles Christlichen schwingt da mit und mich wundert nicht, dass im Standard-Forum auch schon wieder die Kreuzzüge herhalten müssen. Es ist eine Pervertierung des Christlichen, die da passiert (und bei den Kreuzzügen passiert ist): Jesus war derjenige, der ermordet wurde und nicht umgekehrt. Christ_innen sind parteilich für die Opfer und arbeiten für eine Welt, in der es keine Opfer mehr gibt. Wenn ich sage, "Ich glaube an Gott" kann ich nicht weiterleben, also ob das nichts für mein Leben in dieser Welt bedeuten würde. Es geht um nicht mehr und um nicht weniger als die Würde jedes Menschen.

Und doch: Es gibt sie, diese Fundamentalist_innen, die sich Versatzstücke des Christlichen nehmen, missverstehen und umdeuten. Die traurige Spitze des Eisberges ist in Norwegen sichtbar geworden, eine Aussage, die wohl auch für den Rechtsextremismus in Europa gelten muss. Die Geschichte des Christentums ist wohl auch nicht unschuldig an der Ambivalenz des Themas. Damit das künftig vielleicht irgendwann nicht mehr so ist, wünsche ich mir, dass sich Christ_innen, die Kirchen, die beeindruckenden Worte des norwegischen Ministerpräsidenten Jens Stoltenberg beim Trauergottesdienst in Oslo auch für sich selbst zu Herzen nehmen:

Noch sind wir geschockt, aber wir werden unsere Werte nicht aufgeben. Unsere Antwort lautet: mehr Demokratie, mehr Offenheit, mehr Menschlichkeit.

Nachtrag: ORF Niederösterreich: Anders B. kein "Christ" von Alexandra Bader

Foto: CC BY-SA by johsgrd

July 16 2011

11:37

Was wäre wenn ...

richtung... ein deutscher, rechtskonservativer Ex-Politiker heute beerdigt wird - und niemand geht hin außer der enge Familienkreis und enge Freund_innen?

... die ganzen Wichtigen in der Katholischen Kirche heute nicht dort wären, sondern ihre Zeit zum Beispiel in einem Obdachlosenheim verbringen würden?

... nicht nur die Kollektensammlung für die Opfer der Hungerkatastrophe am Horn von Afrika verwendet würde, sondern das ganze Geld, das dieser Trubel dem österreichischen Staat kostet?

Foto Flickr CC by jazzlog

July 13 2011

09:48

Der Abschied von der Top-Down-Kommunikation

Kluge Worte, die da der Kultur- und Medienwissenschafter Ramón Reichert spricht. Ich denke mir, da lässt sich (auch) ganz einfach das Wort "Unternehmen" durch "Kirchen" ersetzen und es passt wunderbar zum Stichwort "usergenerierte Kirche", das Ferdl Kaineder so gerne gebraucht und damit einen Grundgedanken des II. Vatikanischen Konzils aufruft. Das Video ist übrigens ein Snippet von der meshed#3-Konferenz, über die ich drüber im Kirche 2.0 Blog schon berichtet habe.

June 30 2011

19:55

Am Anfang ...

Am Anfang der Philosophie war Sokrates, der wusste, das er nichts weiss.

Das hat gerade Charles Taylor auf 3sat gesagt. Sonst hat er noch viel über Vertrauen gesprochen. Selten so pointiert erklärt bekommen, was Religion ist.

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